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Ausflug nach Kassel zur documenta 14

Museumsverein auf Reisen

BAD PYRMONT. Die vierte Exkursion führte den Museumsverein Bad Pyrmont nach Kassel zur documenta 14.

Mitglieder des Museumsvereins auf dem Friedrichsplatz in Kassel. Im Hintergrund der Parthenon der weltweit in einem Land verbotenen Bücher von Marta Minujín. FOTO: Ingelore Köster/PR

Die documenta gilt seit 1955 als weltweit bedeutendste internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Dieses Jahr findet die Ausstellung erstmals gleichberechtigt an zwei Orten statt, in Athen (endete am 16. Juli) und in Kassel (bis 17. September) unter dem Motto „Von Athen lernen“.

Die 220 teilnehmenden Künstler/innen wurden eingeladen, im Rahmen der zwischen den beiden Städten entstehenden Dynamik zu reflektieren und für jeden Ort eine Arbeit zu entwickeln.

Im Verständnis des künstlerischen Leiters Adam Szymczyk und seines Teams hat Kunst einen Zweck. „Es gilt, die Besucher einen Unterrichtsstoff zu lehren über die Unterdrückung der Welt, und dafür nutzt man Künstler als Lehrmittel. Das ist die Schule von Athen und Kassel.“

Während der Hinfahrt wurden die 45 Teilnehmer von Museumsleiterin Vanessa Charlotte Heitland umfassend eingeführt, mit dem kritischen Hinweis, dass dieser zu ambitionierte Versuch einer allumfassenden Weltkunstschau jedoch nur bedingt funktioniere. „Viele Themen werden nur angeritzt, aber keines vollständig zu Ende gedacht und sind daher oftmals unglaubwürdig.“ Kunst und Künstler stünden nicht im Vordergrund, seien eher „Mittel zum Zweck“, um bestimmte Themen zu „illustrieren“. Klassische Gattungen, vor allem das Medium der Malerei spiele eher eine untergeordnete Rolle (nur ganz wenige Positionen), stattdessen werde ein Schwerpunkt auf Performances, Videos und Installationen gesetzt.

In Kassel wurde die Gruppe von Jochen Johannink begrüßt. Er war Vorstandsmitglied im Museumsverein, bis er 2010 in den Vorstand der Kasseler Sparkasse wechselte, und er freute sich, einige bekannte Mitglieder wiederzusehen. Vor der Documenta-Halle erwarteten drei Mitglieder des Chors die Teilnehmer zum Gruppenspaziergang. Die Aufgabe des Chors ist es, auf die Interessen der Besucher einzugehen, ihre Bedürfnisse zu hören und durch Anschauen der Arbeiten, Dialoge, Diskussionen und Debatten anzustoßen. Historisch bestand der Chor in der griechischen Tragödie aus einer Gruppe von Laien und Bürgern, die zwischen dem Publikum und den Schauspielern als Kommentierende, Gestaltwandler und Empathen operierten. Die Spaziergänge über zwei Stunden ermöglichten dann den Teilnehmern eine intensive Begegnung mit einigen Arbeiten im Stadtzentrum und in der documenta-Halle. Im Anschluss wurden von den 35 Spielorten der documenta 14 die Neue Galerie, das Fridericianum, die mit Jutesäcken verhüllte Torwache, die Neue Hauptpost und Grimmwelt von den Museumsvereinsmitgliedern erkundet. Voller Eindrücke und leicht eschöpft ging es zurück nach Bad Pyrmont. Vom 12. bis 16. September fährt der Museumsverein nach Berlin. Auf dem Programm steht der Besuch der Museumsinsel, Neues Museum, Museum Hamburger Bahnhof mit Einkehr in Sarah Wieners Restaurant und Museum Barberini in Potsdam.PR



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