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Heimatverein tagt / Landesmuseum vom Verein allein nicht mehr zu tragen / Schatzmeister: "Damoklesschwert"

Museum: Kraftvolle Neuentwicklung oder Schließung

Bückeburg/Steinhude (bus). Die Zukunft des Landesmuseums bleibt beherrschendes Thema des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins. Das ist erneut während der im Restaurant "Strandterrassen" in Steinhude tagenden Hauptversammlung deutlich geworden. Es bleibe dabei, dass das Haus vom Verein allein nicht getragen werden könne, sagte Vorsitzender Dr. Wolfgang Vonscheidt; Schatzmeister Karl Dreier verglich die Einrichtung mit einem Dam oklesschwert.

Das "Infanterieregiment Graf Wilhelm" sichert den Eingangsbereic

Dem Museum war eigens ein eigener Tagesordnungspunkt eingeräumt worden. Es spielte aber auch, vor allen Dingen auf der Soll-Seite, in Dreiers Jahresbilanz eine gewichtige Rolle. Rund 90 Prozent der Gesamtausgaben (41 700 Euro) buchte der Schatzmeister auf das Konto "Aufrechterhaltung des Landesmuseums". Dass das Haus eine Unterdeckung von 18 700 Euro erwirtschaftete, ließ Dreier im Anschluss an seinen ersten Kassenbericht "deutlich verhalten" in die Zukunft blicken. Darüber hinaus bereiteten ihm die stagnierenden Mitgliederzahlen (2006: 1168, 2007: 1156) Sorgenfalten. "Wir brauchen dringend neue Mitglieder", unterstrich der Schatzmeister. Vonscheidt erinnerte an einen jüngst organisierten Workshop und die Erstellung einer Machbarkeitsstudie. Summa summarum kämen nur zwei Wege infrage: Eine kraftvolle Neuentwicklung oder die Schließung. Der Vorstand bemühe sich in intensiven Gesprächen mit der Stadt, dem Kreis und dem Land, den erstgenannten Weg einzuschlagen. Zusätzlich zu den öffentlichen Partnern, ohne deren Hilfe dem Verein Fördergelder der EU versperrt blieben, müssten indes weitere Unterstützer gefunden werden, um das Haus mit einer dauerhaft tragfähigen Basis auszustatten, betonte der Vorsitzende. Wesentlich beschwingter - Karl-Heinz Kirchhoff: "Das ist?ne pfundige Sache hier" - geriet die Berichterstattung aus den Ortsgruppen. In den Rückblicken von Kirchhoff (Stadthagen, 337 Mitglieder), Friedrich Siekmann (Seeprovinz, 271), Regina Sieker (Lindhorst, 104), Inge Bührmann (Hagenburg, 32) und Dorothea Hammer (Bückeburg, 413) war durchgehend von zahlreichen Aktivitäten und gut besuchten Veranstaltungen die Rede. Vor allen Dingen Angebote in plattdeutscher Sprache erfreuten sich großer Beliebtheit, hieß es mehrfach. In Vonscheidts Bericht spielte die Teilnahme an der "Langen Nacht der Kultur" eine besondere Rolle. In der Nacht hätten mindestens 1 000 Personen das Landesmuseum besucht. "Wenn man sich etwas einfallen lässt", erläuterte der Vorsitzende, "dann kommen die Leute auch." Die mit Blick aufs Steinhuder Meer tagende Versammlung war zuvor mit einer mächtigen Grußwort- Woge beglückt worden. Die Redner bekundeten den "lieben Heimatfreunden" überaus erschöpfend Sympathie und Wohlwollen. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier stellte in Aussicht, den Verein "sehr positiv begleiten" zu wollen, Ex-MdL Friedel Pörtner wählte den praktischen Weg und erklärte spontan seinen Beitritt. Bei der Nachwahl des Schriftführers sprachen sich die etwa 200 anwesenden Mitglieder einstimmig für Jürgen Schneider als Nachfolger von Wolfgang Gloede aus.



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