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Traditionsgasthaus hat neue Eigentümer

Mündersches Ehepaar will dem Kornhus neues Leben einhauchen

Bad Münder (jhr). Zum Jahresende eine gute Nachricht für Bad Münder. Das Traditionsgasthaus Kornhus im Herzen der Stadt hat neue Eigentümer: Karl und Claudia Mildenberger wollen das Objekt an der Marktstraße selbst bewirtschaften. Nach ersten Planungen könnte es bereits im Mai eröffnet werden.

Die neuen Eigentümer: Karl und Claudia Mildenberger haben das Kornhus gekauft, wollen es mit neuem Konzept und Erlebnisgastronom

Der Impuls zu diesem Schritt wurde bei den Mildenbergers durch die morgendliche Zeitungslektüre gesetzt. „Da wurde über die zweite Runde der Zwangsversteigerung berichtet, bei der sich wieder kein Interessent gefunden hatte. Da habe ich zu meiner Frau gesagt: ,Wir machen das.’“ Der Unterschrift unter den Kaufvertrag waren jedoch zahlreiche Gespräche und Überlegungen vorausgegangen. Die beiden Münderaner kannten das Kornhus zwar von eigenen Besuchen, für den Kauf und konkrete Planungen aber zu wenig.

Fachliche Erfahrung aus der Gastronomie bringen die Eheleute mit – auch wenn Karl Mildenberger nach seiner Meisterprüfung als Koch die Töpfe für viele Jahre zu Seite schob und sich als Versicherungs- und Finanzberater in der Region einen Namen machte. Dass er neben der Erfahrung mit der Gastronomie auch Erfahrungen aus der Finanzwelt einbringen kann, sieht er angesichts der Geschichte des Kornhuses als deutlichen Vorteil. Gemeinsam mit Architekt Peter Nehmann wollen Mildenbergers das Gasthaus „behutsam den neuen Anforderungen einer zeitgemäßen Erlebnisgastronomie anpassen“, wie Karl Mildenberger betont.

Voraussichtlich bis zu acht Mitarbeiter sollen eingestellt werden, der bisherige Gastronomiebetrieb durch zusätzliche Geschäftsfelder erweitert werden: Angedacht ist beispielsweise einen Kiosk zu integrieren, der auf der Rückseite zum Steinhof hin gelegen auch Zeitungen und kleine Imbisse anbieten wird.

Als Alleinstellungsmerkmal für das Kornhus sehen die neuen Besitzer die Erlebnisgastronomie, sie soll den Betrieb deutlich über die Grenzen der Stadt hinaus attraktiv machen. „Regelmäßig stattfindende Aktivitäten wie Lesungen und Musik oder Ausstellungen sind Bestandteil des Konzeptes“, sagt Claudia Mildenberger, Künstlern soll auch eine Bühne für „erste Gehversuche“ geboten werden.

Zum Steinhof hin soll eine Außengastronomie angeboten werden, ebenfalls vor der markanten Fassade zur Marktstraße hin – unter anderem mit Kaffee und Kuchen. Im Erdgeschoss soll ein kleines Internetcafé entstehen, in dem auch ausliegende Zeitungen zum Verweilen einladen. Auch für größere Gesellschaften und Veranstaltungen wollen die Eheleute die geeigneten Räumlichkeiten anbieten.

Dass sie zur Realisierung ihrer Vorhaben kräftig in das Kornhus investieren müssen, ist den Mildenbergers klar. „In einer erheblichen Größenordnung“, lassen sie durchblicken – und bis Ende April soll bereits ein Großteil des Geldes verbaut sein. So werden unter anderem Toilettenanlagen aus dem Obergeschoss ins Erdgeschoss verlegt, der marode Wintergarten saniert – und auch der vorhandenen Gewölbekeller soll – in Abstimmung mit Bauaufsicht und Denkmalschutz – hergerichtet und genutzt werden. „Das gastronomische Angebot ist für den Kurzbesuch von Jung und Alt sowie für größere Festivitäten geeignet“, sagt Claudia Mildenberg – und setzt dabei auf die Unterstützung der Münderaner.

Gudrun Hillmann-Klobasa, die das Kornhus im Auftrag der bisherigen Eigentümer vermittelte und zwischenzeitlich mit zwei verschiedenen Interessenten verhandelte, sieht den Verkauf auch als Erfolg für Bad Münder. Bei ihren Gesprächen und Besuchen in der Stadt habe sie erfahren, welche Bedeutung dem Kornhus beigemessen werde.

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