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Müllverbrennung - Bürgerinitiative will klagen

Rinteln/Veltheim (wm). Der Vorstand der Bürgerinitiative (BI) gegen Müllverbrennung im Kraftwerk Veltheim hat sich dazu entschlossen, vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster zu klagen. Das hat Vorstandsmitglied Fritz Pape am Mittwochabend auf einer Versammlung der Bürgerinitiative im Hotel "Stadt Kassel" mitgeteilt. Allerdings müssten dem noch die Mitglieder auf einer Versammlung am 18. Januar zustimmen. Am 20. Januar soll dann eine Demonstration vor dem Kraftwerkgelände folgen.

Die Forderungen seien unverändert eine Umweltverträglichkeitsprüfung und der Einbau einer modernen Filtertechnik. Was die Situation erschwere, sei auch, dass in Veltheim "zwei Länder und drei Kreise aneinander stoßen" - niemand fühle sich wirklich zuständig. Die BI hat seit Beginn der Müllverbrennung Anfang letzten Jahres die vom Kraftwerk herausgegebenen Messergebnisse gesammelt und ausgewertet. Diese Ergebnisse, so Pape, hätten keinen Anlass zur Entwarnung gegeben. Bei einigen Schadstoffen hätten die Grenzwerte knapp am zulässigen Limit gelegen. Grundsätzlich entlasse das Kraftwerk Veltheim aber im Vergleich zur Müllverbrennungsanlage in Bielefeld das je nach Schadstoff Zehn- bis Zwanzigfache in die Umwelt. Die Bürgerinitiative bezweifle auch, ob tatsächlich kontrolliert werden könne, dass keine anderen Stoffe als die genehmigten verbrannt werden. Durch Presseberichte sei die Bürgerinitiative einem aktuellen Fall auf die Spur gekommen. Vor einem halben Jahr sind mit Industrieabfällen verseuchte Schlämme auf Feldern an der Möhnetalsperre entdeckt worden. Klärschlämme, die von einer Kläranlage in Borchen stammten und unter anderem mit perfluorierten Tensiden (PFT) belastet sind - einem krebserregenden Stoff. Rund 600 Tonnen dieses Klärschlammes, der nicht mehr auf die Äcker gefahren werden durfte, sei nach Informationen der Bürgerinitiative in Veltheim und in der Nähe von Hannover verbrannt worden. Pape: "Wir halten das für einen Skandal."




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