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Motorradgottesdienst mit Ständchen

EIMBECKHAUSEN. Jesus, ein Motoradfahrer – mit dieser Idee hatte die Gemeinde Eimbeckhausen mit Unterstützung der Biker-Union in den Pfarrgarten eingeladen. Unter freiem Himmel wurde ein Gottesdienst gefeiert, der vor allem die Fans der Maschinen locken sollte. Von denen kamen allerdings weniger als erhofft.

Vertreter der Biker Union: Rolf Watermann (von links), aus Hannover, Oliver Schürmann aus Löhne und Thomas van Hülsen aus Bielefeld. Foto: Werner

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Monika Werner Reporterin

Für die erste Veranstaltung dieser Art im münderschen Gebiet war die Beteiligung aber durchaus zufriedenstellend – zumal das Regenwetter nicht gerade motorradfreundlich war.

Begonnen hatte der Tag zunächst mit den richtigen Gitarren-Akkorden: Die Band „Stoned Def“ sorgte mit Rockmusik für „Biker-Sound“. Ungewohnt für ältere Gemeindemitglieder, die aber trotzdem bilanzierten: „Ist ja ziemlich laut und muss man sich erst daran gewöhnen, aber eigentlich ganz gut.“ Nach Kartoffelsuppe vom Ortsbürgermeister Bernd Schöbel oder Bratwurst begann um 14 Uhr der Motorradgottesdienst. Pastorin Sonja Wieland begrüßte zwar die Besucher, übergab aber an Prädikant und Biker Joachim Schütz, der mit entsprechender Kutte nach Eimbeckhausen gekommen war. Er ist auch Regionalbüroleiter der Biker Union, der größten Interessenvertretung für Motorradfahrer in Deutschland und Organisator zahlreicher Motorrad-Stammtische. So kamen nach Eimbeckhausen auch Motorradfahrer aus Löhne und Bielefeld,

Wäre Jesus heute also ein Biker? Auf jeden Fall, meinte Schütz in seiner Predigt, habe er sich doch immer mit Außenseitern umgeben, Menschen die anders waren oder ausgegrenzt wurden, vielleicht als zwielichtig galten. Diesen Ruf haben die Motorradfahrer teilweise auch vor Ort in Eimbeckhausen. Vor allem diejenigen, die den Nienstedter Pass regelmäßig als illegale Rennpiste nutzen und die Anwohner mit frisierten, lauten Maschinen nerven, stehen in der Kritik. In den Medien treten die Fahrer oft als Mitglieder kritischer Vereinigungen oder gar Menschen- und Drogenhändler auf. Das durch den Helm verdeckte Gesicht und die meist schwarze Kleidung erzeugen Angst. Dabei, so Schütz, stecke unter diesem Helm in der Regel Menschen, „wie du und ich. Söhne, Töchter, Väter, Ehepartner und Freunde. Menschen die den Wunsch haben, auf ihren Maschinen ein Stück Freiheit zu erleben.“

Der übliche Gruß der Motorradfahrer untereinander sei übrigens dem Segensgruß entnommen und bedeute: „Ich wünsche dir eine sichere Fahrt.“ Die Konflikte mit den Fahrern wollte Schütz aber nicht unter den Teppich kehren. Gerade in Eimbeckhausen haben Motorradfahrer nicht den besten Ruf. Da rief Schütz zur gegenseitigen Rücksichtnahme und Verständnis auf, getreu dem Spruch aus der Bergpredigt in der Bibel: „Segnet die euch fluchen“, bat er alle Beteiligten füreinander zu beten, den einen eine sichere Fahrt und eine gesunde Heimkehr zu wünschen und den anderen einen friedlichen und ruhigen Feierabend.

Kirchenvorstandsmitglied Heidrun Huber, gleichzeitig Sprecherin der Bürgerinitiative gegen den Motorradlärm, war auch zum Gottesdienst gekommen und zeigte sich gesprächsbereit. Zum Dank brachte ihr die Gemeinde inklusive der anwesenden Biker ein Geburtstagsständchen. Musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet von Florian Feuerhake und Tasso Rudolph. Der unternahm mit seiner Maschine im Anschluss noch eine Spazierfahrt über die Dörfer.



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