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Welche Arten von Motorölen gibt es? Was sagen die Bezeichnungen aus?

Motoröl – welches ist das Richtige?

Rinteln (blc). Automotoren benötigen nicht nur Kraftstoff, sie brauchen auch Schmierstoff, nämlich Öl. Die Metallteile würden sonst zu sehr aneinander reiben. Aber welches Öl aus dem großen Angebot ist nun das richtige für das eigene Auto?

Was sagen die Bezeichnungen aus? Die Öle sind in SAE-Klassen eingeteilt (Prüfklassen), die Auskunft über die Viskosität, also die Fließeigenschaft des Öles geben: 0W, 5W, 10W, 20, 30 usw. Das „W“ steht für Winter und die erste Zahl gibt an, wie flüssig das Öl bei Kälte ist. Die zweite Zahl (5 W 30) gibt Auskunft über die Fließfähigkeit bei Hitze.

Welche Arten gibt es? „Einfaches Mineralöl“ mit fest zugeordneter Fließzähigkeit wird heute nur noch bei sehr alten Autos verwendet (15 W 40). Halbsynthetische Öle sind eine Mischform von Mineralöl und vollsynthetischem Öl (10 W 40, 10 W 30). Für manche Motortypen wird dieses Öl vorgegeben. Vollsynthetische Öle werden als Leichtlauf- oder Longlife- Öle angeboten und sind in der Regel für neue Fahrzeuge geeignet (5 W 30 usw.) Die „5“ weist immer auf ein vollsynthetisches Öl hin.

Sommer – Winter? Im Gegensatz zu den Einbereichs-Ölen gibt es bei Mehrbereichsölen, die mehrere Viskositätsklassen abdecken, keine Unterscheidung zwischen Sommer- und Winteröl. Je niedriger die erste Zahl ist (0), desto besser fließt das Motorenöl bei Kälte. Je schneller das Öl den Motor schmiert, desto niedriger ist wiederum der Verschleiß. Für den oberen Temperaturbereich ist die zweite Zahl zuständig. Je höher dieser Wert ist, umso stärker ist der Schmierfilm ohne zu reißen belastbar.

Kann man Öl mischen? Nach Möglichkeit sollte man Öle nicht mischen. Prinzipiell ist es aber möglich. Dabei pendelt sich die Qualität des Öles auf die mindere Qualität ein. Ob ein Öl zum Mischen geeignet ist, steht ebenfalls auf den Dosen bzw. Behältern.

Dieselmotoren: Auch für Dieselmotoren gibt es diese Bezeichnungen (10 W 40, 5 W 30 usw.), die auf die Unterschiede hinweisen, allerdings handelt es sich um spezielles Öl. Der Hinweis „für Dieselmotoren“ steht auf den Ölbehältern.

Alte Autos auf Synthetiköl umstellen? Auch ein altes Auto braucht gutes Öl. Ein Auto, das jahrelang mit Mineralöl gefahren ist, sollte aber nicht auf Synthetiköl umgestellt werden, raten Fachleute. Wer jahrelang mit einem Öl gut zurechtgekommen ist, sollte nicht wechseln. Auch aus finanzieller Sicht ist ein solcher Wechsel nicht sinnvoll. Oldtimer sollten mit speziellen Ölen befüllt werden, damit alte Dichtungen durch moderne Schmierstoffe nicht aufgelöst werden.

Ölwechsel – wie oft? Auch wenn die angegebene Frist zum Ölwechsel nicht erreicht wurde, sollte wenigstens einmal im Jahr gewechselt werden. Bei Autos, die vor allem Kurzstrecken fahren, sollte der angegebene Zeitraum halbiert werden. Das Nachfüllen zwischendurch ersetzt keinen Ölwechsel!

Welche Ölmarke ist richtig? Die Marke des Motoröls ist nicht entscheidend, sondern die Qualität des Öles, die auf jedem Ölbehälter abgedruckt ist.

Betriebsanleitung des Autos beachten: Die Betriebsanleitung beinhaltet immer Herstellerangaben über das optimale Öl für dieses Fahrzeug. Auch auf dem Ölkärtchen im Motorraum ist üblicherweise die Ölsorte angegeben. Mit diesen Angaben ist man immer auf der sicheren Seite. Auch auf den Ölbehältern sind im Allgemeinen Freigaben der Kfz-Hersteller angegeben.

Zusammengefasst: Wer mit einer Ölsorte gut gefahren ist, sollte dabei bleiben. Hinweise des Herstellers und der Werkstatt beachten. An der Qualität des Öles nicht sparen, ebenso wenig wie an einem regelmäßigen Öl- und auch Filterwechsel. Ein gut geschmierter Motor hält länger und braucht weniger Kraftstoff.




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