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Chinesen und Griechen rühmten ihre Heilkraft / Bestände haben sich erholt

Moschus-Malve: Jetzt ziert die Blütenkönigin die Wege bei Bückeburg

Bückeburg (gp). Der Wunsch vieler Gartenfreunde nach möglichst fremdartiger und exklusiverer Blütenzier versperrt oft den Blick für die Schönheiten am heimischen Wegesrand. Dabei können es viele der hierzulande wachsenden Blumen in punkto Form, Farbe und Anmut durchaus mit ihren exotischen Artgenossen aufnehmen.

Eine der auffälligsten heimischen Blütenköniginnen ist derzeit an sonnig-trockenen Standorten der hiesigen Region zu bewundern - die Moschus-Malve, deren bis zu drei Zentimeter große, meist zart rosa leuchtende Blüten schon von weitem auf sich aufmerksam machen. Ihren Namen verdankt die Blume ihrem zarten,kaum wahrnehmbaren Moschus-Duft. Seit alters her wird die in weiten Teilen der Welt vorkommende, 40 bis 60 Zentimeter hohe Staude als Heilpflanze geschätzt. Schon die Chinesen und alten Griechen wussten um ihre schleimlösende und reizmildernde Wirkung bei Erkältung, Husten und Heiserkeit. Auch Moses versorgte nach einer alttestamentarischen Darstellung einen Fieberkranken bereits mit Malventee. Und auch in unseren Breitengraden gehörte die aus Wurzel, Blättern und Blüten gewonnene Medizin zu den bekanntesten Abwehrmitteln bei Infektionskrankheiten. In den einschlägigen Kräuterbüchlein tauchen als volkstümliche Pflanzenbezeichnungen auch Namen wie "Schafkas", "Schwellkraut" oder "Krallenblume" auf. Lange Zeit sah es so aus, als wenn spätere Generationen die Moschus-Malve- jedenfalls hierzulande - nie mehr zu Gesicht bekommen würden. Um die Überlebenschance der schönen Blume war es noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein schlecht bestellt. Mittlerweile scheinen sich die Bestände ein wenig erholt zu haben. Das Ausgrabenund Umpflanzen bleibt jedoch für jeden echten Natur- und Gartenfreund auch weiterhin ein absolutes Tabu. "Ersatz" ist zudem viel leichter und einfacher in Form mannigfaltiger Nachzüchtungen in Gartencentern und im Versandhandel zu bekommen. Zur Familie gehören weltweit etwa 1500 verschiedene, als Kräuter, Sträucher und sogar als Bäume wachsende Arten. Zu den bekanntesten zählen Hibiskus, Stockrose und Baumwollstrauch. Am wohlsten fühlen sich die heimischen Bestände auf Halbtrockenrasen-Standorten sowie auf trockenen Wiesen und Weiden. Besonders prachtvolle Exemplare sind noch bis in den September hinein am Rande von Steinbrüchen und Geröllhalden entlang der Autobahn, aber auch an anderen Stellen an Hängen, Wiesen und Wegrändern zu bewundern.




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