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Mordkommission lässt Straße sperren

Bad Münder. Gestern Mittag im Zentrum von Bad Münder: Polizeibeamte sperren einen Teil der Straße „Vor dem Oberntore“. Ein Radfahrer in Jeans und Poloshirt fährt auf und ab, einen blauen Müllsack im Korb am Lenker. Gefilmt wird der junge Mann auf dem Damenrad dabei von einer Kriminaltechnikerin – die Mordkommission bei der Arbeit.

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Das Festhalten der Fahrrad-Szene ist Teil der Ermittlungen im Fall des getöteten Familienvaters Uwe H. Am 13. August war der 54-Jährige auf einem Fußweg an der alten Stadtmauer zwischen Friedrich-Ebert-Allee und Langer Straße tot aufgefunden worden.

Bei dem jungen Mann, der gestern die Straße für die Filmaufnahmen mit dem Rad befuhr, handelt es sich um einen Kommissar in Zivil. Auf Nachfrage erklärte der Leiter der Mordkommission, Axel Brünger, seine Ermittler seien dabei, ein Bewegungsbild des mutmaßlichen Täters und des Opfers zu erstellen. Einzelne Szenen seien gefilmt worden. Offenbar geht es darum, nachzustellen, wie der Täter die ihn belastenden Kleidungsstücke entsorgt hat. Solche Filme können später während der Beweisaufnahme im Schwurgerichtssaal gezeigt werden.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte ein Zeuge der Polizei berichtet, der zunächst vorläufig festgenommene Bekannte (45) des Getöteten, sei am Abend des Tattages mit seinem Fahrrad weggefahren. Im Einkaufskorb habe ein Müllsack gelegen. In den folgenden Tagen waren deshalb in Bad Münder zahlreiche Mülltonnen, Altkleider-Container und sogar 50 Tonnen Hausmüll durchsucht worden. Auf dem Gelände des Entsorgungsparks der Kreisabfallwirtschaft in Hilligsfeld waren Beamte der Bereitschaftspolizei fündig geworden: Im stinkenden Abfall wurde am 22. August eine Hose entdeckt, an der sich Anhaftungen von Blut befinden. Das Kleidungsstück wird derzeit in einem Labor des Landeskriminalamts untersucht. Die Ermittler sind sich sicher, dass sie auch den genetischen Fingerabdruck des Trägers der Hose finden werden. Sollte es sich also um das Blut des Opfers handeln, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Mörder verhaftet werden kann.

Noch liegt das mit Spannung erwartete Ergebnis aus dem DNA-Labor nicht vor. „Molekularbiologische Analysen dauern leider ihre Zeit. Solche Untersuchungen sind sehr aufwendig“, erklärt Hauptkommissar Jörn Schedlitzki, der Mitglied der Mordkommission ist.

In den vergangenen Tagen waren Mitglieder der Mordkommission erneut auch in dem Mehrfamilienhaus, in dem der 45-Jährige lebt, unterwegs. Sie befragten andere Mieter des Hauses, notierten Beobachtungen.

In Bad Münder brodelt unterdessen die Gerüchteküche. Immer wieder ist zu hören, die Polizei habe einen zweiten Verdächtigen verhaftet. Sogar auf Facebook wurde gepostet, eine Festnahme sei erfolgt. Auf Nachfrage sagt Schedlitzki, es habe weder eine weitere vorläufige Festnahme noch eine Verhaftung gegeben. „Nach wie vor besteht gegen den Bekannten des getöteten Familienvaters einfacher Tatverdacht.“ Allerdings ermittelt die Mordkommission auch gegen weitere Personen. „Diese Männer werden derzeit aber nicht als Verdächtige geführt.“ ube/jhr



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