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Indianernesseln

Monarda: Häuptling der Exoten

Es gibt Verwechslungen dahingehend, dass die Indianernessel deshalb so genannt wird, weil sie mit ihren interessanten Blüten dem Kopfschmuck einiger Urvölker Nordamerikas ähneln soll. Alles relativ.

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Jens Meyer

Autor

Jens Meyer Leiter Redaktion PR- und Sonderthemen zur Autorenseite

Indianernessel heißt die Gattung Monarda in erster Linie deshalb, da die Heimat der rund ein Dutzend bekannten Wildformen eben jener ferne Kontinent in Übersee ist und diese Rhizomstauden von einigen Indianerstämmen zur Herstellung von Tees und Pasten verwendet wurden. Damit klärt sich gleichzeitig die immer wieder von Neuem auftauchende Frage nach der Bekömmlichkeit. Ja: Monarda-Nesseln gelten als Heilkräuter und müssen nicht allein dem optischen Wohlgefallen dienen.

Den Marketingstrategen spielt der deutsche Name dieser Pflanze natürlich in die Hände. „Squaw“ wurde deshalb eine Sorte genannt, die aus den Wildformen gezüchtet wurde und mit kräftigem Rot ab Mitte Juli erblüht. „Schneewittchen“ daneben zu pflanzen wirkt von der Namensgebung wie Feuer und Eis. Aber ihr unschuldiges Weiß passt nahezu perfekt zu dem feurigen Farbton der „Squaw“. Die beiden werden gute Freundinnen, ohne Zweifel ein Duo, das sich lohnt, ins Staudenbeet zu setzen.

Wie aus einem Guss steht „Skorpion“ aufrecht und versprüht stolzen Charme mit dem kräftigen Lila ihrer zweilippigen, röhrenförmigen Blüten. Weil diese beliebte Sorte mit bis zu 130 Zentimetern hohen Stängeln vergleichsweise hoch wird, sollte sie mit einem Ring aus Stahl oder Holz versehen werden, der sie bei Wind und Wetter im oberen Pflanzendrittel zusammenhält wie einen Blumenstrauß. Windbruch ist kaum zu befürchten, aber auf diese Weise erhält die Pflanze noch ein kompakteres Aussehen.

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Mit zitronenartigem Duft verwöhnt „Cambridge Scarlet“ Gartengenießer. Diese kräftige Sorte steht bei guten Bedingungen optimal im Futter, wird etwa 100 Zentimeter hoch und entwickelt im Vergleich zu anderen Indianernesseln sehr sehenswerte dunkelgrüne Blätter. „Craftway Pink“ zieht mit einem anderen Vorteil zu Felde; Sie blüht später, gut zwei bis drei Wochen sogar. Ihre fröhliche Blütenvorstellung zieht sich bis in den Herbst hinein. Neben anderen Indianernesseln gleicher Höhe (bis 100 Zentimeter) kann sie also das Zünglein an der Waage sein, wenn es darum geht, den Kult um diese sehenswerte Pflanzengattung so lange wie möglich zu justieren. Eine ebenfalls empfehlenswerte Sorte ist „Aquarius“, weil ihre Tongebung zwischen Blatt und Blüte perfekt aufeinander abgestimmt worden ist. Der Flor zeigt sich tiefpurpurlila, während das Laub mit purpurgrünem Schimmer sich passend dazu kleidet. Die rot blühende Fraktion ergänzen „Donnerwolke“ (weinrot) und „Morgenröte“ (lachsrot) – letztgenannte blüht auch abends…

Alle Sortenkunde nützt wenig, wenn der Standort falsch gewählt wurde. Indianernesseln sind allerdings erstaunlich anspruchslos und können mit verschiedensten Bedingungen gut umgehen. Feuchte, frische Böden mögen sie dennoch am liebsten, am besten im Halbschatten oder an sonnigem Platz. Erfahrungen zeigen, dass ihnen Stallmist oder guter Kompost sehr gut bekommt – eine einfache Methode der Düngung.

Wichtig zu wissen: Es gibt einjährig gezogene Indianernesseln (Monarda citriodora), die jedoch kaum eine Rolle spielen sollten, weil sie die tiefgründige Wirkung ihrer winterharten Beetschwestern nicht erreichen. Beim Kauf ist deshalb darauf zu achten, die zauberhaften Rhizomstauden zu erhalten, deren botanischer Name Monarda didyma lautet.

Sortentipps: „Squaw“ wird kräftig rot (kleines Bild), „Skorpion“ blüht lila – dazwischen funkeln die weißen Blüten von „Schneewittchen“ey

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