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S & W RohrSysteme investieren 3 Millionen Euro an der Dieselstraße - Erweiterung schon in Planung

Mittelständler zieht von Oeynhausen nach Rinteln

Rinteln (crs). Politik wird am Stammtisch gemacht, Wirtschaftsförderung mitunter auf der Kegelbahn. Beim gemeinsamen Kegeln hatte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz vor vielen Jahren Edgar Wulbrandt kennen gelernt, den erfolgreichen Unternehmer seither immer wieder getriezt: "Du musst mit Deinem Betrieb nach Rinteln kommen." Der in Bad Oeynhausen ansässige Rohrsystem-Bauer winkte ein ums andere Mal ab, bis er Ende vergangenen Jahres wieder vor der Tür stand: Ob das Angebot von damals noch gelte? Das tat es - und mittlerweile sind die Bauarbeiten an der Dieselstraße im Industriegebiet Süd so weit fortgeschritten, dass die S & W RohrSysteme GmbH und Co. KG im Januar den Betrieb aufnehmen kann.

Drei Männer freuen sich: Im Industriegebiet Süd baut Edgar Wulbr

"Hier zahlt sich für Rinteln die ständige Bevorratung von Gewerbeflächen aus", nennt Buchholz einen Grund für den schnellen Erfolg bei der Ansiedlung des Wirtschaftsbetriebs. Denn eigentlich wollte Wulbrandt seine Firma am Standort in Bad Oeynhausen erweitern, doch die Stadt konnte seine Wünsche nach zusätzlicher Gewerbefläche nicht erfüllen. Deswegen wandte sich der aus Eisbergen stammende Wulbrandt kurzerhand an seinen Kegelfreund in Rinteln - einzige Bedingung: Kurzfristige Verfügbarkeit. Damit konnten Bürgermeister Buchholz und Wirtschaftsförderer Andreas Wendt dienen. Seit 1982 produziert Edgar Wulbrandt mit seinem mittelständischen Unternehmen Rohrsysteme und Formteile für die Industrie. Die Firma ist in den vergangenen Jahrzehnten zum erfolgreichen Mittelständler aufgestiegen: Einen Jahresumsatz von 6 Millionen Euro und europaweit rund tausend Stammkunden hat Wulbrandt, Vertretungen in Paris, Österreich und derSchweiz. Und derzeit rund 40 Angestellte: "Von denen können viele demnächst mit dem Fahrrad kommen", freut sich Wulbrandt - etliche seiner Mitarbeiter kommen bereits heute aus Rinteln. Seit Sommer wird gebaut: Die 2000 Quadratmeter große Logistikhalle und die 1000 Quadratmeter große Produktionshalle stehen bereits, der Rohbau des gut 400 Quadratmeter großen Bürogebäudes ebenfalls. Hinzu kommen neue Maschinen, "viel mit Robotern, das wird richtig High-tech", kündigt der Firmenchef an. Rund 3 Millionen Euro investiert das Unternehmen insgesamt am Standort Rinteln. Damit sind Wulbrandts Pläne für Rinteln aber noch lange nicht abgeschlossen: Mittelfristig will er den Standort komplett nach Rinteln verlagern. "In vier Jahren kommen die nächsten 3000 Quadratmeter", hat Wulbrandt die Erweiterung im Industriegebiet fest eingeplant. Besonders vorteilhaft ist für das Blechverarbeitungsunternehmen auch die direkte Nachbarschaft zu den Behinderten-Werkstätten der Paritätischen Gesellschaft Behindertenhilfe (PGB): Die Verträge für Montagearbeiten sind bereits geschlossen. "Da können wir demnächst einfach mit dem Gabelstapler rüberfahren", freut sichWulbrandt. Für Bürgermeister Buchholz und Wirtschaftsförderer Wendt ist die Ansiedlung des soliden Mittelständlers ein wesentliches positives Signal nach der Braas-Hiobsbotschaft in der vergangenen Woche. Denn auch wenn sich der 64-jährige Firmengründer ab Ende des Jahres Schritt für Schritt aus dem Unternehmen zurückziehen will, ist für die Nachfolge gesorgt: Die Söhne Michael und Maik sind bereits Geschäftsführer, Tochter Annika rückt als Chefin der Buchhaltung in die Unternehmensleitung nach. "Ein waschechtes Familienunternehmen", freut sich Buchholz. "Und das bleibt auch in der Region."

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