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Mittelleitplanke schafft Probleme

Hachmühlen/Hasperde. Sie soll Leben retten, doch sie schafft auch bislang ungeahnte Probleme: die Mitteltrennung der Bundesstraße 217 zwischen Hachmühlen und Hasperde. Nachdem Rettungskräfte nach einem Unfall auf Höhe der Eisenbahnbrücke nur durch ein riskantes Manöver zur Unfallstelle und zu den Verletzten vordringen konnten, hat die Feuerwehr jetzt auf das grundsätzliche Problem der Anfahrt auf dem Streckenabschnitt hingewiesen.

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In der Nacht zum 6. September war es nach einem Wildunfall zur Kollision von zwei Autos gekommen, bei der sechs Menschen verletzt wurden. Hinter den verkeilten Unfallfahrzeugen bildete sich in Richtung Hachmühlen ein langer Stau – die Einsatzkräfte der Feuerwehr kamen mit schwerem Rettungsgerät nur sehr langsam zur Unfallstelle, weil die Breite der durch Schutzplanken begrenzten Fahrbahn Autofahrern das Bilden einer Rettungsgasse erschwerte. „Ein echtes Problem“, sagt Hachmühlens Ortsbrandmeister Stephan Tschöke. Die Retter entschieden sich schließlich, als „Geisterfahrer“ auf der anderen Fahrbahnseite zu fahren und dann die Unfallstelle von Hasperde aus anzufahren – trotz Blaulicht ein Risiko, dem Tschöke seine Kameraden nicht erneut aussetzen will: „Das war grenzwertig.“

Gleich am folgenden Übungsabend wurden Alternativen gesucht, doch eine gute Lösung bislang nicht gefunden. Die in Teilen parallel zur Bundesstraße verlaufenden Wirtschaftswege machen den Zugang nur in einigen Bereichen möglich. Die Möglichkeit, die derzeit im Einsatzfall ganz vorne steht: Ein kleineres Feuerwehrfahrzeug wird über einen Rad- und Wirtschaftsweg und die Radfahrerbrücke über der Bahn nach Hasperde geschickt, sperrt dort die Bundesstraße in Fahrtrichtung Hannover und ermöglicht so den größeren Einsatzfahrzeugen die gefahrlose Anfahrt. Mit größeren Fahrzeugen wie dem Tanklöschfahrzeug und dem Löschfahrzeug mit hydraulischem Rettungsgerät kann die Feuerwehr die Bahn-Brücke nicht passieren: „Sie sind schwerer als die zulässigen sechs Tonnen“, erklärt Tschöke. Die in Hasperde, Klein Süntel und Flegessen stationierten Feuerwehrfahrzeuge verfügen nicht über die Ausrüstung, die die Fahrzeuge der Stützpunktwehr Hachmühlen an Bord haben, daher würde ihr Einsatz von Hasperder Seite aus kaum Vorteile bringen.

Auch Stadtbrandmeister Carsten Koch sieht die Sperrung der Gegenfahrbahn bislang als die beste Alternative an, wirklich zufrieden ist er aber nicht damit: „Wir haben den Kreisbrandmeister auf das Problem aufmerksam gemacht, der sich wiederum an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gewandt hat“, erklärt er. In der Behörde ist das Thema angekommen: „Wir müssen uns die näheren Umstände ansehen“, kündigt die stellvertretende Leiterin des Hamelner Geschäftsbereichs, Uta Weiner-Kohl, gegenüber der NDZ an.jhr

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