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Weltweit erste Meisterschaft vom 11. bis 17. August mit Schwert und Messer in Apelern

Mittelalterliche Kämpfe auf dem Rittergut

Soldorf/Apelern (nah). Experten aus aller Welt werden vom 11. bis zum 17. August in Apelern erwartet. Dort richtet die Akademie für historische Kampfkunst, "Arts of Mars", die erste internationale offene Meisterschaft mit Schwertern und Messern aus. Dass diese Premiere ausgerechnet im Schaumburger Land stattfinden kann, ist Colin Richards und Sandra Schneider zu verdanken. Das Paar, das sich seit vielen Jahren dem Umgang mit mittelalterlichen Waffen verschrieben hat und dies sogar zu einer erfolgreichen Sparte im TuS Germania Apelern werden ließ, wohnt in Soldorf.

Eine ganze Woche lang bieten sie Möglichkeiten des Lernens und Lehrens bei Praxisseminaren und schließlich die Gelegenheit, das Können gegen Gegner zu erproben. Zu den für die ersten vier Tage vorgesehenen Workshops werden Spezialisten ihres jeweiligen Fachgebiets erwartet: Scott Brown aus den USA, Matt Easton aus England, AlexKiermayer aus Deutschland, Bartlomiej Walczak aus Polen, Roland Warzecha aus Deutschland und Philippe Willaume aus Frankreich. Sie alle zählen zu den besten Instruktoren der Welt auf dem Gebiet der Historischen Kampfkunst. Richards und Schneider dürften nicht abseits stehen. Erst vor einigen Monaten haben sie gemeinsam ein erstes Lehrbuch über Historische Kampfkunst herausgegeben, das inzwischen weltweit Beachtung gefunden hat. Bisher gab es meist nur historische Quellen, wie Schwert, Messer und Schild zu führen und einzusetzen sind. Bis vor etwa zwei Jahrzehnten war die Historische Kampfkunst fast ganz in Vergessenheit geraten. Erst in jüngerer Vergangenheit haben die Menschen wieder damit begonnen, sich für das Leben im Mittelalter in Europa zu interessieren. Neben Siedlungswesen und Handwerk wandte sich der Blick auch auf die "martialische Kultur", die Behauptung gegen Feinde. So begannen einige Forscher, sich mit alten Fechtmanuskripten und Abhandlungenüber Kampfszenen zu beschäftigen. Sie wandten sich damit nicht zuletzt gegen den Trend der aus Fernost stammenden Kampf- und Selbstverteidigungstechniken. Dass der Kreis der Interessierten wuchs, lag dabei auch an der weltweiten Verbreitung des Internet. Es erleichterte die Recherchearbeit in alten Dokumenten und Büchern und den Austausch der gewonnenen Erkenntnisse. Inzwischen gibt es bereits eine bemerkenswerte Anzahl von Quellen mit präzisen Informationen über die Entwicklung der Kampfkunst ab etwa 1300 bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein. So war der Aufruf zu einer ersten weltweit offenen Meisterschaft nur ein konsequenter Schritt: Bis jetzt haben sich mehr als hundert Aktive und Experten angemeldet. Das dürfte auch ein großes Publikum anlocken: "Die Wettkämpfe lassen Geschichte in authentischer und bedeutungsvoller Weise lebendig werden", betont Sandra Schneider sinngemäß und lädt zum offiziellen Turnierauftakt am Freitag, 15. August, um 18.30 Uhr ein. Auf dem Gelände des Ritterguts der Familie von Hammerstein wollen international agierende Könner auf unterhaltsame und auch spektakuläre Weise mittelalterliche Kampfkünste aus Europa zeigen. Mit dabei ist ein Schmied, der die Herstellung eines traditionellen Schwerts erläutern will. Wer selber einmal Waffe, Messer oder Schild in die Hand nehmen will: Vor den Turniertagen wird auch ein Workshop für Anfänger angeboten mit praktischen Übungen oder als Theorie mit Literatur und Lehrvideos. Zudem sind Zuschauer an allen Workshop- und Turniertagen willkommen. Ständiges Training bietet der TuS Germania immer dienstags von 18.15 bis 20.15 Uhr in der Sporthalle an. Informationen im Internet unter www.wwc.artsofmars.com .




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