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Mitarbeiter wollen dringliche Fragen beantwortet haben

Bückeburg (rc). Im Vorfeld einer Sitzung des Vorstandes des Krankenhauses Bethel hat die Mitarbeitervertretung in einem offenen Brief „dringliche Fragen“ an die stimmberechtigten Mitglieder des Vorstandes gestellt. Sie wollen vom Vorstand wissen, ob er die wirtschaftliche Situation der ProDiako hinreichend geprüft hat, der Gesellschaft, unter deren Dach die drei Schaumburger Krankenhäuser fusionieren sollen. Wie viele Mitarbeiter sollen wirklich entlassen werden: 100, 200 oder 300? Mit wie vielen Millionen Euro Zuschuss seitens des Landes wirklich zu rechnen sei, angesichts der prekären Haushaltslage Niedersachsens. Und: „Hat die 150-jährige Geschichte des Krankenhauses Bethel wirklich keine Zukunft mehr?“ Veröffentlicht ist der offene Brief auf der übernächsten Seite dieser Zeitung. Zeitgleich soll heute allen Vorstandsmitgliedern der Brief auf postalischem Wege zugehen.

Seitens der Mitarbeitervertretung hieß es gestern auf Anfrage, dass man zu einer Stellungnahme erst nach der Vorstandssitzung bereit sei, die am Donnerstag, 12. August, stattfinden wird. Man wolle zunächst die Entscheidungen dieser Sitzung abwarten.

Wie der kommissarische Vorsitzende des Vorstandes, Klaus-Dieter Vogt, auf Anfrage unserer Zeitung sagte, sei ihm der Brief noch nicht bekannt und auch noch nicht zugegangen. Bei der Vorstandssitzung sollen „letzte Modalitäten“ abgearbeitet und entschieden werden, die in den vergangenen Wochen verhandelt worden sind und jetzt bekannt gegeben werden sollen. Um was es sich konkret handelt, wollte Vogt nicht sagen. Er dementierte aber die in dem offenen Brief geäußerte Vermutung, dass erst in dieser Sitzung über den Beitritt des Krankenhauses Bethel zur ProDiako entschieden werde. Das sei längst geklärt.

Zur Frage ob der wirtschaftlichen Situation von ProDiako wies Vogt darauf hin: „Ich bin seit 55 Jahren Kaufmann.“ ProDiako sei seitens des Bethel-Vorstandes eingehend überprüft worden. Vogt bestätigte Informationen unserer Zeitung, dass es bei ProDiako „eine gewisse finanzielle Schieflage“ gegeben habe. Diese sei aber nicht mehr gegeben, mehr könne und wolle er nicht sagen.

Zu den Arbeitsplätzen wies Vogt darauf hin, dass allen Bethel-Mitarbeitern bis zum Bezug des neuen Klinikums im Jahr 2014 oder 2015 eine Beschäftigungsgarantie gegeben worden ist. Bis dahin werde jeder Mitarbeiter gebraucht, um Bethel weiterhin in den schwarzen Zahlen zu halten. Über 2015 hinaus sei noch nicht über einen Stellenabbau gesprochen worden. Sicherlich werde es aber „den einen oder anderen Fall“ geben, wo es zu Doppelbesetzungen kommen könne. Die von der Mitarbeitervertretung in den Raum gestellten Zahlen seien deutlich zu hoch.

Nach Aussage Vogts will das Land Niedersachsen erst im September 2011 definitiv über die Zuschüsse für den Klinikum-Neubau entscheiden. Seitens Bethels sei nach einer Wirtschaftlichkeitsberechnung der Eigenkapitalanteil auf eine gewisse finanzielle Höhe begrenzt worden. Für Bethel sei das finanzielle Risiko damit begrenzt.

Angesichts der bevorstehenden 150-Jahr-Feier – offiziell gefeiert wird am 19. September – wies Vogt darauf hin, dass mit der Entscheidung zur Fusion die Zukunft Bethels in einem größeren Verbund gesichert worden sei, möglichst viel Bethel und möglichst viele Mitarbeiter zu erhalten: „Allein hätten wir relativ wenig Chancen gehabt zu überleben.“




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