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Von 20 auf sieben: Auftritte des Ensembles Operamobile werden in Bad Münder deutlich reduziert

Mit „Wiener Blut“ in die Vorweihnacht

Bad Münder (hzs). „Sie verströmt Sicherheit, bei ihr fühlt man sich wie bei Mami“, sagt Romy Adler über ihre Kollegin Gerda Baade. Im Schnitt 20 mal pro Saison hat Baade in den vergangenen acht Jahren die Veranstaltungen des Operetten-Ensembles „Operamobile“ betreut. Auch bei ihrem allerletzten Einsatz saß die 58-Jährige, die statt für die GeTour künftig Aufgaben für die Stadt wahrnehmen wird, pflichtbewusst an der Kasse am Eingang zum Martin-Schmidt-Konzertsaal.

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„Sie ist die gute Seele, die uns rundum perfekt betreut hat“, würdigte auch „Operamobile“-Chef Alexander Senger nach dem Konzert Baades langjähriges Engagement. Zuvor aber hatten die Künstler ihrem Publikum mit einer Kurzfassung von Johann Strauß´ „Wiener Blut“ und einem Operettenmedley einen amüsanten und schwungvollen Nachmittag bereitet.

In bewährter Manier präsentierte Senger beliebte Altstars wie den unvergleichlich komischen Bassbuffo Achim Niedziella oder den als versierter „womanizer“ auch diesmal wieder vor Charme nur so sprühenden Tenor Tadeusz Galczuk. Aber auch neue Gesichter waren mit von der Partie. „Julius Vecsey ist in einer Doppelrolle dabei, ein Komiker, der gar nicht richtig weiß, wie komisch er eigentlich sein kann“, so Senger.

Ein Augenschmaus das Damentrio: Anna Dierl als Pepi Pleininger, Alexandra Dieck in der Rolle der Franziska Cagliari und vor allem die Entdeckung des Abends, die junge, aus Finnland stammende Tiina Lönnmark.

Die seit zwei Jahren in Hannover lebende Sängerin hat in Karlsruhe Operngesang studiert, und hinterließ in der Rolle der Gabriele von Graf einen nachhaltigen Eindruck. „Wenn Sie mich fragen, steht Tiina am Beginn einer großen Gesangskarriere“, prophezeite Alexander Senger.

Mit Playboy und Laptop wies Bettina Delius‘ Inszenierung ab und an moderate Modernisierungen auf, doch blieben Musik und Gesang weitgehend unverändert. „Wir müssen das Libretto den bescheidenen Rahmenbedingungen anpassen. Aber wir pflegen das, was die großen Häuser kaum noch machen. Bei uns gibt’s eine Einheit von Singen, Tanzen und Schauspiel“, erklärte Senger.

Seine Bemühungen um den „Erhalt einer schwindenden Kunstform“ bekommen im nächsten Jahr – zumindest was Bad Münder angeht – jedoch einen deutlichen Dämpfer. Die Zahl der Gastspiele werde von weit mehr als 20 auf gerade mal sieben heruntergeschraubt, klagte Senger. „Rund 30 000 Gäste seit 2002, ein Top-Tourismusangebot, aber hier in Bad Münder hat’s niemand so richtig wahrgenommen“, äußerte er sein Unverständnis.

„Wenn man hier die Logistik nicht packt, dann müssen wir halt ausweichen, müssen nach Langenhagen und nach Bad Pyrmont gehen.“ Dort werden die Schwerpunkte der „Operamobile“-Einsätze im Jahr 2012 liegen. Senger weiter: „Ich versteh‘s nicht. Wir betreiben hier seit Jahren genau das, was etwa der Kur- und Verkehrsverein will, haben übervolle Häuser, beleben die örtliche Gastronomie, aber glauben Sie nicht, dass jemand von den Herren mal in einer unserer Vorstellungen gewesen wäre.“



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