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Junge Familien sollen mit Betreuungsangebot gelockt werden

Mit Kitas gegen den demografischen Wandel

Hessisch Oldendorf (mau). Schlaflose Nächte hat Frank Werhahn wegen des demografischen Wandels nicht. Thema ist die älter werdende Bevölkerung für ihn, als stellvertretenden Bürgermeister, und die vielen Mitarbeiter im Hessisch Oldendorfer Rathaus aber allemal.

Laut dem niedersächsischen Amt für Statistik lebten am 31. Dezember 1999 in Hessisch Oldendorf 20108. 2008 waren es 19312. Für das Jahr 2025 errechnet das niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung eine Einwohnerzahl von 17 367 Menschen.

Diesen Prognosen soll mit Flächenausbauplänen und neuen Kindergärten begegnet werden: „Wir können den demografischen Wandel nicht aufhalten. Durch aktives Handeln können wir aber ein wenig dagegenwirken“, sagt Werhahn.

Die Stadt für Junge attraktiv gestalten

Neue Bauflächen, mehr Krippen, eine gute Schulversorgung, Ausbau der Jugendarbeit und ein breites Kulturangebot – damit will die Verwaltung dem Bevölkerungsrückgang wenigstens ein bisschen entgegensteuern. Werhahn: „Wir müssen die jungen Familien hierbehalten. Das funktioniert nur, wenn wir Bauflächen ausweisen und die Stadt Hessisch Oldendorf attraktiv gestalten.“ Ein wichtiges Kriterium sei für junge Familien, dass Betreuungsplätze vor Ort sind, so Margareta Seibert, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt: „Die Leute planen ihren Umzug bewusst. Die schauen sich ganz genau an, was es vor Ort gibt.“

Familien sollen in Hessisch Oldendorf wohnen bleiben und neue Familien in die Stadt ziehen – das ist der Wunschgedanke der Stadt. Werhahn verhehlt nicht, dass es aber wohl leichter sei, Leute in Hessisch Oldendorf zu halten, als neue Familien für die Stadt anzuwerben. „Wir müssen entsprechende Anreize schaffen“, erklärt Werhahn. Ein elementarer Anreiz für Familien soll der Krippenausbau sein. Den Rechtsanspruch auf einen Platz will die Stadt noch vor 2013 sicherstellen. In Fischbeck wird mithilfe der katholischen Kirche ein Kindergarten mit 15 Plätzen geschaffen, in Hemeringen ebenfalls einer mit 15 Plätzen und in Hessisch Oldendorf soll einer mit 30 Plätzen entstehen.

Die Stadt für Junge attraktiv gestalten, aber auch für Senioren entsprechende Angebote schaffen, heißt es aber auch vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Bevölkerung. „Wir haben einen ganz aktiven Seniorenbeirat“, sagt Werhahn. „Die sind sehr engagiert und haben sich selbst auch schon intensiv mit dem Thema demografischer Wandel beschäftigt.“

Senioren-WG in Hessisch Oldendorf

Der Bau von neuen Altenheimen oder Betreuungseinrichtungen sei vorrangig Aufgabe der privaten Wirtschaft, meint Werhahn. In Hessisch Oldendorf gebe es aber schon viele Wohnkonzepte, so Seibert: „Es gibt zum Beispiel eine Wohngemeinschaft vom DRK. Generationsübergreifendes Wohnen wird auch demnächst geschaffen.“ Andere Konzepte, die auf die Lebensmodelle zugeschnitten sind, würden noch erarbeitet.

Für die Stadt sei ein weiterer wichtiger Punkt der Tourismus: „Wir wollen den Tourismus weiter ausbauen“, so Werhahn, denn, „wenn wir Hessisch Oldendorf für Touristen attraktiver gestalten, wird es auch für die hier wohnenden Familien schöner“.

Im generellen Vergleich zu den anderen Kommunen sieht sich die Stadt Hessisch Oldendorf als gut aufgestellt, heißt es: „Laut einem 2005 erstellten Gutachten nimmt Hessisch Oldendorf eine Sonderstellung ein.“

Während durchschnittlich im Landkreis ein Bevölkerungsrückgang von 13 Prozent zu erkennen sei, seien es für Hessisch Oldendorf nur 10 Prozent. Ein neues Gutachten sei bereits in Auftrag.

Der demografische Wandel an sich sei für die Stadt Hessisch Oldendorf aber nicht negativ besetzt. „Es ist doch toll, wenn die Menschen wegen der immer besser werdenden Medizin länger leben“, so Seibert. Viele Senioren seien schließlich auch noch im Alter sehr aktiv. Zum Beispiel in den einzelnen Familien oder bei ehrenamtlicher Arbeit.

Wielfried Bradt (74) und Lennart (10) Foto: ah




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