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Vor Gericht: Bewährung für Betrüger

Mit Kettensäge Baum gefällt - und nie bezahlt

Rinteln (maf). Eine Serie von Betrügereien hat einen 35-jährigen Arbeiter an den Rand des Gefängnisses gebracht: Der bereits einschlägig vorbestrafte Rintelner, der unter anderem verschiedene Feuerwehrutensilien und eine Kettensäge ergaunert hatte, kam nun vor dem Amtsgericht noch einmal mit einer sie-benmonatigen Bewährungsstrafe davon.

Im Januar 2007 wollte der Angeklagte einen umgefallenen Baum in seinem Garten beseitigen, hatte aber kein Geld für geeignetes Werkzeug. Deshalb suchte er eine Firma in Barntrup auf, stellte sich dort unter falschem Namen vor und kaufte eine Motorsäge für 970 Euro. Fünf Tage später tauchte der Mann erneut in dem Geschäft auf und erwarb Zubehör für das Gerät, das er ebenfalls sofort mitnahm. Die Rechnungen blieben allerdings unbezahlt, ein Mahnschreiben konnte nicht zugestellt werden. Daraufhin stellte der geprellte Kaufmann Nachforschungen an, die ihn schließlich zu der Adresse des Angeklagten führten. Im April 2007 holte er die benutzten Sachen wieder ab. Opfer einer weiteren Betrügerei des Arbeiters war eine süddeutsche Firma für Brandschutz- und Rettungsdienstbedarf. Dort bestellte der Rintelner im Namen einer örtlichen Feuerwehr, deren Mitglied er ist, unter anderem Handschuhe, Messer und einen Helm im Gesamtwert von 270 Euro. Der getäuschte Betrieb lieferte auch, weil er davon ausging, dass es sich um eine offizielle Bestellung der Feuerwehr handelte. Tatsächlich waren die Utensilien für den 35-Jährigen persönlich bestimmt, der wiederum nicht bezahlen konnte. Beim letzten Betrug bot der Rintelner im Juni vorigen Jahresüber eBay einen Kolben-Zylinder an, den eine Frau für 36 Euro ersteigerte. Der erneut unter falschem Namen auftretende Mann kassierte das Geld, die Ware lieferte er aber nicht. Als Motiv für die Betrügereien nannte der zu jener Zeit arbeitslose Rintelner finanzielle Not und Blödheit. Inzwischen hat er wieder einen Job gefunden, dem er letztlich auch die Bewährungsstrafe zu verdanken hat. "Das ist die letzte Chance, die Sie hier kriegen", verdeutlichte Richter Christian Rost und erkannte auf sieben Monate mit Bewährung. Dagegen hatte Staatsanwalt Wilfried Stahlhut in seinem Plädoyer ein Jahr und fünf Monate Haft für den von Rechtsanwalt Gunter Mücke verteidigten Mann gefordert.




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