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Eileen Kramp aus Harderode morgen beim Bundeswettbewerb / Preis für Unternehmergeist

Mit Handtaschen zur Schülerin des Jahres?

Harderode (ist). Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Wahl zum „Schüler des Jahres 2009“. Eine der in Berlin ausgewählten Finalisten und Anwärterin auf den Preis ist Eileen Kramp aus Harderode. Im Rahmen der weltweiten Aktionswoche für jungen Unternehmergeist (Global Entrepreneurship Week) findet am morgigen Mittwoch in Wiesbaden der 5. Bundesevent „Schülerpreis für Unternehmergeist“ von NFTE (sprich nifti) Network For Teaching Entrepreneurship Deutschland e.V. statt.

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Harderode (ist). Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Wahl zum „Schüler des Jahres 2009“. Eine der in Berlin ausgewählten Finalisten und Anwärterin auf den Preis ist Eileen Kramp aus Harderode. Im Rahmen der weltweiten Aktionswoche für jungen Unternehmergeist (Global Entrepreneurship Week) findet am morgigen Mittwoch in Wiesbaden der 5. Bundesevent „Schülerpreis für Unternehmergeist“ von NFTE (sprich nifti) Network For Teaching Entrepreneurship Deutschland e.V. statt. Schon die Einladung ist für Eileen ein Erfolg: Zehn von insgesamt rund 3500 teilnehmenden Schülern aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich für die Endrunde dieses Wettbewerbs mit der Entwicklung einer innovativen Geschäftsidee qualifiziert und werden diese in einer Ausstellung mit Messecharakter rund 150 Gästen und einer hochkarätigen Jury aus namhaften Unternehmensvertretern und eines Professors der Wirtschaftswissenschaften vorstellen.

„Eigentlich hatte ich den Wettbewerb seit dem Sommer schon wieder ganz vergessen und nur meine Lehrstellenbewerbungen im Kopf, als vor einem Monat zunächst der Anruf aus Berlin, dann die schriftliche Einladung kam“, sagt die 17-Jährige. Gerade hat sie ihr erstes Bewerbungsgespräch für den Ausbildungsbeginn nach Schulabschluss im nächsten Sommer in einem Hamelner Modehaus geführt.

Einzelhandelskauffrau will sie werden, gern in der Mode- oder Schmuckbranche.

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Irgendwann selbstständiges Unternehmertum? „Warum nicht, wenn’s passt?“ Sie lächelt und spielt mit dem goldenen Herzanhänger der Halskette. Im Juni des Jahres hat ihr in schulinterner Ausscheidung der KGS vorgestellter Businessplan der Firma „Flower“ die Juroren aus der Unternehmerwelt des Weserberglandes mit kreativen Unternehmerqualitäten und Management Power überzeugt. Das hat Mut gemacht. Schüler der damaligen Realschulklasse 9 hatten im Wahlpflichtkurs „NFTE – Wie gründe ich ein Unternehmen? Von der Idee zum Ziel“ im Laufe eines Jahres wirtschaftliche Grundkenntnisse erworben, Unternehmergeist entwickelt, am Ende einen Business-Plan erarbeitet und dessen Erfolgschancen in der realen Businessclass von einer Jury aus lokalen Wirtschaftsexperten bewerten lassen. NFTE ist eine Idee aus Amerika. Es gehe dabei um den Erwerb unternehmerischen Denkens und dessen Umsetzung auf Basis jugendlichen Ideenreichtums und individuellen Talents in innovative Geschäftsideen, vor allem aber Persönlichkeitsstärkung, sagt Connie Hasenclever von NFTE Deutschland. Dieses Lernziel hat Eileen, im internen Schulranking auf Platz drei, mithilfe von Kursleiterin Ralina Kadrina, die sie nach Wiesbaden begleitet, voll erreicht – das hat sie jetzt schwarz auf weiß. Die Einladung zum Bundesentscheid hat sie nicht ohne Stolz etliche Male und immer wieder gelesen. „Unter den zehn eingeladenen Teilnehmern bin ich tatsächlich die einzige aus Niedersachsen?! Wow!“

„Mehr als eine Tasche“: Unter diesem Slogan hat sich ihre Geschäftsidee der Firma „Flower“ als Volltreffer erwiesen. Gute Laune durch kreatives Handtaschendesign für den besonderen Geschmack auf Niedrigpreisniveau wird sie mit etlichen in den vergangenen vier Wochen gefertigten Taschen an ihrem Ausstellungsstand in Wiesbaden präsentieren. Die Idee, das Rohprodukt Tasche mit Schmucksteinen, Pailletten oder Ähnlichem nach ganz individuellen Wünschen zu veredeln, ist ihr während ihres Praktikums bei „Lederwaren Sievers“ in Hameln gekommen. Dank der ganz besonders engagierten Betreuung durch Ute Söffker habe sie dort die ideale Kombination ihres „Taschenticks“ („Ich habe mindestens 50 im Schrank“) mit dem Faible für Mode und Schmuck entdeckt und mit Kreativität und handwerklichem Geschick umsetzen gelernt. „Alle Frauen lieben Taschen“, sagt sie, „Taschenunikate erst recht, denn die sind Bild der Persönlichkeit. Und dafür tut man was.“

Die Powerpoint-Präsentation hatte Eileen zur Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb im Sommer nach Berlin eingesendet – mit einer gehörigen Portion Mut, die allen anderen Kursteilnehmern fehlte. „Ich glaube, die Eileen will unbedingt in die USA“, schmunzelt Fachbereichsleiterin Arbeit/Wirtschaft Gabriele Neumann. Denn als ersten Preis gibt es eine Einladung nach New York. Und damit, schmunzelt Eileen, liege Frau Neumann gar nicht so schlecht. Der Gewinner und die betreuende Lehrkraft werden gemeinsam in New York auf die Sieger aus 13 Staaten der Welt sowie rund 1500 internationale Manager und Topleute aus der Wirtschaft treffen und eine Ehrung erfahren.

Damit hatte sie nicht wirklich gerechnet: Eileen mit der Einladung aus Berlin zum Bundesentscheid nach Wiesbaden. Auch Kursleiterin Ralina Kadrina freut sich.

„Mehr als eine Tasche“: Unter diesem Slogan hat sich die Geschäftsidee der Firma „Flower“ von Eileen Kamp als Volltreffer erwiesen.

Fotos: ist

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