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Mit dem Kronenkreuz in Gold der Diakonie ausgezeichnet

BAD MÜNDER. „Mit 80 darf man ruhig einmal die Beine hochlegen“, sagt Elisabeth Loewe lachend. Seit 2004 hat die ehemalige Beamtin zusammen mit der 77-jährigen Hannelore Belling die Patientenbücherei im Friederikenstift in Hachmühlen aufgebaut und geleitet.

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Autor:

Christoph Huppert

Die beiden Ehrenamtlichen wurden jetzt im Rahmen einer Feierstunde für ihre Arbeit im Bereich der Diakonie mit dem „Kronenkreuz in Gold“ der hannoverschen Landeskirche ausgezeichnet und in den Ruhestand entlassen.

„Das sind zwei sehr wertvolle Menschen, die da jetzt gehen“, so der Verwaltungschef der Einrichtung, Jürgen Bezjak. „Beide haben aus einem von der Stationsschwester betreuten Bücherschrank auf dem Flur eine supergut aufgestellte und auf die Interessen der Patienten zugeschnittene Bücherei gemacht.“ Diese umfasst derzeit rund 800 Bände und wird durch Hörbücher und andere Medien ergänzt. „Lesen hat durchaus eine therapeutische Wirkung. Es pflegt die Seele und lässt die Patienten mal an etwas anderes denken als an Schmerzen und Krankheit“, erklärt Loewe. Wichtig sei vor allem die patientengerechte Literaturauswahl. Bücher über Technik und Hobbys seien die Renner.

Über das Leseangebot hinaus haben Loewe und Belling auch zahlreiche Veranstaltungen ins Friederikenstift geholt. Neben Kino- und Vortragsabenden sind die bekanntesten wohl die Dia- und Filmvorträge mit Andreas Pröve, dem „Weltreisenden im Rollstuhl“. Das neueste Angebot ist ein alle vier Wochen stattfindendes „Literaturcafé“. „Das wird sehr gut angenommen und viele Patienten und Gäste warten jeweils schon darauf“, so Loewe.

Nachdem Belling und Loewe jetzt in den Ruhestand gehen, übernimmt die Springerin Marion Schubert die Betreuung der Bücherei. Die 64-Jährige ist bereits seit 2008 in der Bücherei tätig und hatte vorher zwölf Jahre lang Kreativkurse in der Einrichtung angeboten.

„Elisabeth Loewe und Hannelore Belling sind nicht nur enge Freundinnen, sondern auch zwei Damen, die auf freundliche Weise hartnäckig sind“, lobte Dr. Friedrich Lay, der theologische Geschäftsführer der Diakonie, die Verdienste und die Durchsetzungsfähigkeit der beiden Ehrenamtlichen und überreichte Auszeichnung und Urkunden. Allein die Tatsache, dass beide für ihren ehrenamtlichen Dienst jeweils einmal pro Woche aus Hannover angereist seien, spräche für sich.

„Es war wirklich ein Traumjob“, bestätigt auch Belling. „Dennoch kein einfacher, denn man muss oft das lesen, was man vielleicht privat nicht lesen würde“, fügt Loewe hinzu. Bezjak ist bereits auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlichen, die die Bücherei- und Veranstaltungsarbeit unterstützen wollen. „Wir suchen zwei oder drei Interessierte, die aus unserer Region im Umkreis von etwa 20 Kilometern kommen.“ Belling und Loewe werden jetzt erst einmal ausruhen. „Und alles das lesen, was ich schon immer mal lesen wollte, wozu ich bislang nie Zeit hatte“, so Loewe.

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