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Industrie- und Handelskammer schickt Auszubildende in Schulen

Mit dem Botschafter auf Augenhöhe

Weserbergland. Auf Flyern oder bei Infoveranstaltungen wird ein Ausbildungsberuf für Schüler oft nur sehr trocken dargestellt. Viel nehmen Schüler dagegen mit, wenn sie ein Auszubildender informiert. Auf diesem Prinzip baut der Ausbildungsbotschafter der Industrie- und Handelskammer (IHK) auf. Das Programm existiert noch nicht lange und wurde im Landkreis Hameln-Pyrmont erst in wenigen Schulen wie etwa der Wilhelm-Raabe-Realschule in Hameln durchgeführt. Auch die KGS Salzhemmendorf führte nun unter der Führung der Fachbereichsleiterin Wirtschaft, Hauswirtschaft und Technik, Sabrina Niemeyer, eine solche Veranstaltung durch.

Die für den Landkreis zuständige Irina Fix hatte sieben Ausbildungsbotschafter aus den unterschiedlichsten Firmen des Landkreises dabei. Die Auszubildenden haben eine kleine Ausbildung durch die IHK bekommen und werden im Jahr bis zu fünfmal von ihren Arbeitgebern für Vorträge freigestellt. „Wie sehen die weiteren Karrieremöglichkeiten bei Ihnen aus?“, fragte etwa Philipp Sürig den Auszubildenden Tobias Gründel während des Vortrages, der den Beruf des Bankkaufmanns bei der Sparkasse Weserbergland vorgestellt hatte. Nach der Ausbildung zum Bankkaufmann ist hier etwa noch die Weiterbildung zum Sparkassenfachwirt oder sogar zum Diplomwirt möglich. Doch Gründel – Auszubildender im dritten Lehrjahr und selber früher auf der KGS Salzhemmendorf – fing in seinem Vortrag zunächst klein an. Wie sind die Arbeitsabläufe im täglichen Geschäft? Wie hoch ist das Gehalt? Wie sind die Einstellungsvoraussetzungen? Diese Fragen interessierten die Schüler besonders.

Im Vergleich zu früher hat die Sparkasse ihre Einstellungsvoraussetzungen etwas heruntergeschraubt. Während früher das Abitur Voraussetzung war, reicht mittlerweile auch ein guter Realschulabschluss. Hier hörten die Realschüler genau zu, auch wenn sich derzeit aus der einen Klasse wohl keiner bewerben wird. „In dieser Klasse haben sich 80 Prozent für eine weiterführende Schule entschieden“, so Niemeyer. Doch für die Fachoberschule ist auch ein Praktikum in einem Betrieb wichtig, weshalb die Schüler den Erfahrungsberichten der Auszubildenden genau zuhörten. Denn auch Langzeitpraktika sind in vielen Betrieben mittlerweile gang und gäbe. Aber auch im Bereich des dualen Studiums gab es viel Wissenswertes für die Schüler zu erfahren.

Neben dem Bankkaufmann oder der Industriekauffrau bei WINI kamen auch die Techniker nicht zu kurz. Ob Zerspanungsmechaniker bei der Aerzener Maschinenfabrik oder der Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik bei der Firma Wilkhahn: die Auszubildenden hatten viel zu erzählen. Erfahrungen aus der Berufsschule oder die Tätigkeiten in der Ausbildungswerkstatt wurden geteilt. Wie umfangreich sind Berichtshefte? Die Azubis berichteten, was die Schüler interessierte. Interessant war für die Schüler, wie unterschiedlich ein Bewerbungsverfahren ablaufen kann. Bei der Sparkasse Weserbergland kann sich etwa nur noch online beworben werden. Andere Firmen dagegen verlangen eine klassische Bewerbung. Entsprechend bereitet Niemeyer mit den anderen Lehrern die Schüler auch auf die unterschiedlichen Bewerbungswege vor. Dazu schreiben die Schüler in der Schule Berichtshefte oder üben in Rollenspielen Verkaufsgespräche. Aber auch Einblicke in Themen wie Preiskalkulation oder doppelte Buchführung haben laut Niemeyer vielen Schülern später den Einstieg in das Berufsleben vereinfacht. Wichtig ist aber vor allem, sich rechtzeitig um einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz zu kümmern. Teilweise sind Bewerbungen anderthalb Jahre vor Beginn notwendig. Insgesamt zog Niemeyer ein positives Fazit vom ersten Auftritt der Ausbildungsbotschafter an der Salzhemmendorfer Schule. Künftig wird es Wahlzettel für die Schüler geben, in denen die Ausbildungsbotschafter ausgewählt werden können.gök

Tobias Gründel erklärte den Schülern seinen Weg zur Sparkasse und sein dortiges Wirken. gök



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