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Tanklastzug rast in havarierten Audi / Betonmischer fliegt durch die Luft

Mit Anhänger in den Gegenverkehr: Zwei Tote auf regennasser Straße

Messenkamp (nah). Ein 59-jähriger Autofahrer aus Niedernwöhren und ein Mitinsasse haben am gestrigen Nachmittag auf der Bundesstraße 442 auf regennasser Fahrbahn ihr Leben lassen müssen. Nach Zeugenaussagen war ihr mit Baugeräten beladener Anhänger ins Schlingern gekommen. Der schwere Audi geriet außer Kontrolle und kam quer auf der Gegenfahrbahn zum Stillstand. Mit voller Wucht wurde er dort von einem Tanklastzug erfasst.

Der Schrecken steht René D. noch ins Gesicht geschrieben. Der junge Vater aus Heuerßen war wenige Minuten nach 14 Uhr auf dem Weg nach Bad Münder, als sich direkt vor seinen Augen der Unfall ereignete. "Ich konnte noch stark bremsen. Da ist schon ein Betonmischer durch die Luft direkt an meinem Wagen vorbeigeflogen", berichtete der 26-Jährige. Dass auch noch Spitzhacke, Deckenstützen, Gerüstteile und schwere Balken ebenfalls nur haarscharf sein Auto verfehlten, bemerkte er erst viel später. Im Kindersitz auf dem Rücksitz schlief sein dreijähriger Sohn. D. war nicht der erste am Unfallort. Unmittelbar hinter dem aus Richtung Eimbeckhausen kommenden Fahrzeug war ein Rettungswagen unterwegs. Doch auch deren Besatzung erkannte mit einem Blick, dass alle Hilfe vergebens war: Die beiden Insassen müssen sofort tot gewesen sein. Der Audi, den der Lastzug beim Aufprall an den gegenüberliegenden Seitenrand geschleudert hatte, wurde im Bereich der Fahrgastzelle völlig zermalmt: Der Truck hatte sich trotz Notbremsung tief in den Unfallwagen gebohrt. Der Lkw-Fahrer erlitt einen schweren Schock und musste behandelt werden. Am Motor liefen Flüssigkeiten aus, die von der Feuerwehr mit Bindemitteln abgestreut wurden. Die Öltanks des Lastzugs blieben offenbar unbeschädigt. Den eintreffenden Rettungskräften bot sich auf der Messenkämper Ortsumgehung ein Bild des Grauens: Über eine weite Fläche war die Anhängerladung verteilt, Aufbau und Planen zerborsten und demoliert. Fahrzeugteile lagen verstreut herum. Erst nach einer Stunde wurden die beiden Opfer von Feuerwehrleuten aus Lauenau und Rodenberg geborgen. Polizeibeamte aus Bad Nenndorf, Stadthagen und Bad Münder nahmen die Ermittlungen auf. Vorsorglich wurde die Entnahme einer Blutprobe angeordnet. Für vier Stunden blieb die Bundesstraße voll gesperrt. Umleitungen wurden, nachdem in Messenkamp der Verkehr fast zusammengebrochen war, in nördliche Richtung über Beber, Hülsede und Pohle eingerichtet. Fahrzeuge in Richtung Eimbeckhausen wurden am südlichen Lauenauer Ortseingang abgeleitet. Alter und Herkunft des zweiten Opfers konnte die Polizei bis gestern Abend noch nicht mitteilen.




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