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Auf einen Schlag starten vom Stadthäger Festplatz tausende Brieftauben

Mit 90 Sachen durch die Lüfte

Stadthagen (mw). Das eindrucksvolle Szenario zweier Massenstarts von insgesamt rund 7000 Brieftauben ist auf dem Stadthäger Festplatz zu bestaunen gewesen. Nachdem die mit - von Taubenzüchtern als "Kabinenexpress" bezeichneten - Spezialfahrzeugen angereisten Vögel am Sonnabend in der Luft waren, haben sie "ihre" Taubenschläge in Cuxhaven, Bremerhaven und Gardelegen angesteuert.

Durch die Gegend stiebende Federn, lautes Flügelklatschen und ein ebenfalls unüberhörbares Rauschen der die Luft schneidenden Vogelschwingen begleitete die Massenstarts der Brieftauben. Gegen 9 Uhr hatte der Fahrer des Gardelegener "Kabinenexpress" die Außenklappen auf beiden geöffnet, um den Weg für rund 2000 Tauben in Richtung Heimatfreizumachen. Der zweite Auflass - so der Fachjargon für den Brieftaubenstart - mit rund 5000 Vögeln aus Cuxhaven und Bremerhaven, folgte um 10.45 Uhr aus anderen Fahrzeugen. Dass sich der Auftakt des Wettbewerbs um eine Stunde verschoben hatte, war nach Auskunft von Norbert Urbansky, Brieftaubenzüchter aus Wendthagen, auf Nebel im Raum Bremen zurückzuführen. "Die Tauben müssen beim Start immer sehr gute Bedingungen haben, um nach Hause zu kommen", erklärte er. Die Tiere bei schlechtem Wetter auf die Reise zu schicken, sei "unverantwortlich", da man dann Verluste von bis zu 50 Prozent riskiere. Bei optimalen Wetterverhältnissen liege die Ausfallquote dagegen unter fünf Prozent. Urbanskys Tauben waren in Stadthagen zwar nicht dabei, der Hobbyzüchter fungierte bei dem Wettbewerb aber als Kontaktmann in Sachen Wetterbericht. Seit 5.30 Uhr morgens hatte er regelmäßig die neuesten, lokalen Wetterdaten im Internet abgerufen, und diese den die Startzeit ansetzenden Flugleitern an den Zielorten gemeldet. Entlang der Flugstrecken waren ungefähr alle 50 Kilometer weitere Helfer im Einsatz und berichteten ebenfalls über die örtlichen Wetterbedingungen. Je nach Wind flögen die Brieftauben ihrem Ziel mit einer Geschwindigkeit von 70 bis 90 Stundenkilometern entgegen, erklärte der Wendthäger. Dies entspreche ungefähr 1000 bis 1600 Metern pro Minute. Pokale, Urkunden und Sachpreise warteten laut Urbansky auf die Züchter mit den schnellsten Brieftauben, wobei insgesamt fünf Wettbewerbstage zugrunde gelegt werden. Die Zeiterfassung erfolge mittels eines Computerchips am Fuß der Vögel. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Standorte der Taubenschläge werde die Flugzeit zudem anhand eines Computerprogramms "auf den Meter genau ausgerechnet".




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