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Polizei Bückeburg stellt Unfallstatistik vor / Zahl der Fälle nimmt leicht zu / Prävention wichtig

Mit 3,22 Promille Alkohol im Blut verunglückt

Bückeburg (kk). Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats (PK) Bückeburg ist 2006 im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Es wurden 864 Unfälle (2005: 838) registriert, davon 216 (212) mit Verletzten. Besondere Bedeutung wird immer den Unfällen mit Todesopfern und Schwerverletzten beigemessen. 2006 wurden 42 Fälle aufgenommen, 2005 waren es 38. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen ging von acht auf drei zurück, dafür gab es mehr Schwerverletzte.

Den Verkehrsunfallbericht stellten jetzt Kommissariatsleiter Werner Steding und sein Stellvertreter Kurt Wehmeier vor. Sie machten deutlich, dass sich hinter all diesen "trockenen" Zahlen viele persönliche Schicksale und auch viel Leid verbergen. Darum sei es natürlich nicht damit getan, die Fälle aufzunehmen, auszuzählen und abzuheften. Ziel müsse es vielmehr sein, präventiv tätig zu werden, Präsenz zu zeigen, aufzuklären und Unfallschwerpunkte zu entschärfen. Nur so könne die Zahl der schweren und schwersten Verkehrsunfälle mittel- und langfristig gesenkt werden. Hierzu müssen Unfalltypen und -beteiligte genauer betrachtet werden. Eine besondere Risikogruppe sind Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren. Erfreulich: Im Bückeburger Bereich (einschließlich Eilsen, Obernkirchen und Nienstädt) wurden in den vergangenen Jahren keine jungen Autofahrer getötet. Wenn es "gekracht" hat, und damit sind auch die kleinen "Parkplatzrempeleien" gemeint, machen sich immer wieder Unfallverursacher aus dem Staub. "Lohnt sich aber nicht", machen Steding und Wehmeier mit Blick auf ihre Zahlen klar: Immerhin 42 Prozent der Fälle von Unfallflucht sind 2006 aufgeklärt worden. Die "Hitliste" der Unfallursachen wird nach wie vor von "unangepasster Geschwindigkeit" angeführt. Damit sind noch nicht einmal immer Geschwindigkeitsübertretungen gemeint. Tägliche Beobachtungen im Verkehr zeigen: Es hat sich immer noch nicht bei allen Kraftfahrern herumgesprochen, dass man bei Glätte, Nässe oder schlechter Sicht nicht genauso schnell unterwegs sein kann, wie bei guten Straßenverhältnissen. Moderne Autotechnik hilft zwar, die Zahl folgenschwerer Unfälle zu begrenzen, führt aber oft auch zu einer trügerischen Sicherheit. Airbag, ABS und Stabilisierungssystem werden es eben nicht in allen Fällen richten... Der Geschwindigkeitsüberwachung messen die Polizeibeamten daher eine große Bedeutung zu. Ständige Kontrollen sollen auch helfen, Alkohol und Drogen am Steuer und am Lenker einzudämmen. 2006 wurden 53 Alkoholtäter überführt. Erschreckend: 16 von ihnen waren in einen Unfall verwickelt. Trauriger Rekord: Ein Unfallfahrer hatte sage und schreibe 3,22 Promille Alkohol im Blut. Solche Spitzenwerte sind die Ausnahme, doch auch schon geringe Konzentrationen können zu Beieinträchtigungen der Fahrsicherheit führen. "Die Zahl der Alkoholfahrten ist eher rückläufig, dagegen nimmt die Zahl der Fahrten unter Drogen zu," stellt Werner Steding fest. 59 Fälle wurden aktenkundig, zwei davon in Zusammenhang mit einem Unfall. Verbesserte Messmethoden führen hier zu einer deutlich gestiegenen Aufklärungsquote. Banale Fahrfehler wie das Verwechseln von Gas und Bremse als Unfallursache sind die Ausnahmen, kommen aber immer wieder vor. 2006 musste diesem Grund tatsächlich ein "Starenkasten" "dran glauben". Ein Autofahrer hatte ihn überrollt.

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