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Motor Veteranen Club Hameln und Förderverein der Fahrzeuggeschichte Hameln feierten gemeinsam

Mit 30 Jahren endlich Oldtimer

Hameln. Der Motor Veteranen Club Hameln und der Förderverein der Fahrzeuggeschichte Hameln haben sich vom Youngtimer zum Oldtimer entwickelt. Auf dem Hefehof, wo auch das Automobil Museum angesiedelt ist, feierten die Mitglieder beider Clubs ihr 30-jähriges Bestehen – 30 Jahre muss ein Fahrzeug alt sein, bis es als Oldtimer bezeichnet werden darf. Eröffnet wurde der Festakt vom Vorsitzenden des Motor Veteranen Clubs Hameln (MVCH), Eckhard Sticher, und dem Vorsitzenden des Fördervereins der Fahrzeuggeschichte Hameln und Ehrenvorsitzenden des MVCH, Reinhard Burkart.

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Anschließend hob Oberbürgermeister Claudio Griese die Verdienste des Motor Veteranen Clubs mit seinen Oldtimerveranstaltungen – die bundesweit unter Oldtimerfans einen hervorragenden Ruf genießen – sowie die Entwicklung des Fördervereins der Fahrzeuggeschichte Hameln mit seinem Museum hervor. Reinhard Burkart und die beiden Vereine hätten sich für Hameln und seine Gäste sehr verdient gemacht.

Eckhard Sticher ehrte Reinhard Burkart für seine außergewöhnlichen Verdienste und gemeinsam dankten sie Dr. Jobst-Walter Dietz für seine großzügige Unterstützung. Weitere, aber sehr bedeutsame Ehrungen durch Reinhard Burkart erfuhren Dr. Reinhard Klesser aus Aerzen, der als Gründungsmitglied fünf Jahre als 2. Vorsitzender wertvolle Arbeit geleistet hat. Für mehr als 25-jährige Mitgliedschaft und langjährige Tätigkeit als Schriftwart wurde dem Hamelner Dr. Friedrich Lücke gedankt. Ebenso dem Hamelner Karl-Werner Krings für seine Genauigkeit als langjähriger Kassierer. Gedankt wurde auch Dirk Matheus aus Hannover für seine Arbeit als 2. Vorsitzender, Dieter Tebs für 25-jährige Mitgliedschaft und Friedrich Sürig aus Hameln für seinen unvergleichlichen unterstützenden Einsatz für beide Vereine sowie Ernst August Bremer aus Barsinghausen als treuesten Teilnehmer der Rattenfänger-Rallye/Klassik seit 1984.

Reinhard Burkart gab einen Überblick der mehr als 30 Vereinsjahre, die mit der konstituierenden Gründungsversammlung des MVCH am 17. Mai 1983 begannen. Bereits im Juli folgte mithilfe der Dewezet die erste Ansammlung von Oldtimern auf dem Pferdemarkt, verbunden mit einem Aufruf an noch lebende ehemalige Selve-Mitarbeiter. Gesammelt wurden dadurch weiterführende Erkenntnisse über die Geschichte der Hamelner Autoindustrie. Burkart erinnerte an den im Februar 1985 verstorbenen Seniorchef Günther Niemeyer, der im hohen praktischen Maße die Geschichte der Hamelner Autoindustrie und den Kauf des Sperbers unterstützt hatte. Und er erinnerte an Gutachter Horst Strebe, der mit seiner Bürgschaft in einer Vereinsversammlung den Stein zu weiteren Bürgschaftszusagen für den Kauf des Sperbers ins Rollen gebracht hatte. 1984 fand die erste Rattenfänger-Rallye statt – für den jungen Verein ging damit ein Traum in Erfüllung. Und der Sperber konnte gekauft werden. Verhandlungen mit dem Museum schlugen leider fehl. 1986 wurde die zweite Rattenfänger-Rallye mit den Vereinsmitgliedern organisiert und der Sperber wurde restauriert. Es gab ungezählte Auftritte in der Öffentlichkeit, wobei immer wieder nach Ausstellungsmöglichkeiten für den Sperber gesucht wurde. Die 3. Rattenfänger-Rallye im Jahr 1991 wurde mit der Präsentation des frisch restaurierten Sperbers gekrönt. Veranstaltungen fanden vor dem Hochzeitshaus, in der Parkhaustorte und in der Rattenfängerhalle statt – alles diente der Werbung für den Motor Veteranen Club und sein künftiges Museum sowie der Werbung für Mitglieder für den Förderverein.

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Zwei Jahre später, 1993, gab es dann eine völlig neuartige Rallye unter dem Titel „Eine Fahrt ins Mittelalter“. Diese und die folgenden drei Veranstaltungen sind überaus erfolgreich verlaufen und haben den Motor Veteranen Club über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht. Unvorstellbare Oldtimerikonen kommen bis heute nach Hameln. Die Mischung dabei lautet „von gestern bis übermorgen – vom Messerschmitt-Kabinenroller bis zum Mercedes-Kompressor“.

Im Jahr 2005 wurde dann die Rallye in die Klassik umgewandelt mit Zentrum im frisch restaurierten Schlosshotel Münchhausen. Und wieder kamen die Teilnehmer aus ganz Deutschland und stellten dem Club Höchstnoten aus – organisatorisch, in der Auswahl der Strecke und für das künstlerische Beiprogramm.

Gleichzeitig gelang dem Club nach Rückschlägen im Dialog mit der Stadt Hameln bezüglich eines Museums am Bürgergarten die Eröffnung des Museums auf dem Hefehof – der Club konnte inzwischen drei Hamelner Fahrzeuge sein Eigen nennen. Zeitgleich haben der Motor Veteranen Club und der Förderverein der Fahrzeuggeschichte Hamelns, unterstützt vom Hefehof, die Veranstaltung „Oldtimer im Hefehof“ aus der Taufe gehoben. Auch dafür setzte sich Burkart unterstützt von Lebenspartnerin Gitty Kaspar mit den beiden Vereinen für diese Veranstaltung ein. Auch das industriehistorische Ambiente des Hefehofes sowie die guten Ideen von Dr. Dietz brachten nach anfänglich 250 Fahrzeugen bei den beiden letzten Veranstaltungen bis zu 700 Oldtimer nach Hameln.

Das Museum konnte auf sieben Exponate erweitert werden, mehrere Broschüren und ein Buch wurden über die Hamelner Automobilgeschichte herausgegeben, weitere Modelle sollen erworben werden, und im Mai dieses Jahres startet die Tour Paris – St. Petersburg mit dem Colibri von 1908 (Foto im Text) – allerdings wird die Tour wegen der Ukrainekrise voraussichtlich im Baltikum enden. „Wir haben sehr viel geschaffen und besitzen für Oldtimerfreunde, die keinen Oldtimer haben, zwei Fahrzeuge – ein weiteres wird erworben. Wir sind aber nicht größenwahnsinnig und bleiben mit unseren Füßen auf der Erde. Oldtimerfreunde, die Mitglied werden möchten, brauchen nur folgende Voraussetzungen – sie sollen menschlich in Ordnung sein und die Bereitschaft zum Miteinander haben“, so Reinhard Burkart. Über den Filmquerschnitt aus den 30 Clubjahren freuten sich die Mitglieder.



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