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Tauchen in Steinbrüchen und Baggerseen ist in Deutschland vielerorts möglich – manchmal stößt man sogar auf Schienen

Mit 17 Fischarten in der Tagebaugrube schnorcheln

München/Hemmoor. Great Barrier Reef, Rotes Meer, Fiji, Curacao: Wenn Taucher träumen, wandern ihre Finger schnell über den Globus. Was Urlaubstaucher und Neulinge oft nicht glauben wollen: Traumhafte Tauchgänge sind auch in Deutschland möglich. Zu den besten Tauchplätzen gehören viele Gewässer, die von Menschen geschaffen wurden. Hier eine Auswahl der schönsten vollgelaufenen Steinbrüche, Talsperren und Baggerseen.

Willkommen im Unterwasser-Universum: In den drei Steinbruchseen im sachsen-anhaltinischen Löbejün können Taucher die Hebel alter

Autor:

Arnd Petry

Idyll am Autobahnkreuz: der Echinger Weiher

In den acht Meter tiefen Baggersee fließt permanent frisches Grundwasser. Das garantiert Sichtweiten bis zu 20 Meter. Wenn die Sonnenstrahlen den Wald der Armleuchteralgen in Szene setzen und Hechte auf Schwärme silbrig glänzender Jungfische lauern, kann’s in der Karibik kaum schöner sein.

Informationen: Martin’s Dive Center, Martin Zaglauer, Tel.: 089/ 317 45 55.

Drei Kessel Buntes: die Steinbruchseen Löbejün

Die drei klaren Steinbruchseen von Löbejün, als Kessel bezeichnet, zählen zum Besten, was Sachsen-Anhalt Tauchern bieten kann. Kessel 3 ist ein betauchbares Museum. In dem von Steilwänden umgebenen See ist der Bergbaukrempel einfach liegen geblieben, nachdem die Pumpen abgeschaltet wurden und das Grundwasser stieg. Taucher können heute unter Wasser noch die Hebel der Weichen umlegen, Loren über die Schienen schieben oder sogar durch das ehemalige Pumpenhaus schweben.

Informationen: Tel.: 01 75/ 752 87 84, www.taucherkessel.com.

Im Westen viel Neues: freie Auswahl in NRW

In der Wiege der deutschen Stahlindustrie finden Taucher eine erstaunliche Vielfalt an künstlichen Gewässern. Das Spektrum reicht von den Baggerseen entlang des Rheins über die großen Talsperren in den Mittelgebirgen bis hin zu klaren Steinbruchseen und vollgelaufenen Bergwerksstollen. Hinzu kommen Indoor- und Freiluft-Tauchzentren in Rheinbach, Ibbenbüren, Siegburg und Duisburg, die extra für tauchende Kundschaft gebaut wurden. Entspannte Tauchgänge in einem Unterwassergarten bietet zum Beispiel der Heider Bergsee bei Brühl westlich von Köln.

Informationen: Campingplatz Heider Bergsee, Tel.: 0 22 32/ 270 40, www.heiderbergsee.de.

Luise und Blaue Grotte: Tauchen in Sachsen

Im Freistaat Sachsen gibt es dank jahrhundertealter Bergbautradition unzählige klare Steinbruchseen. Hinzu kommen die von gigantischen Braunkohlebaggern in die Landschaft gefrästen Tagebau-Restseen. Das interessanteste Gewässer dieser Art ist der Kulkwitzer See bei Leipzig. In der Mitte der in den 1960er Jahren gefluteten Tagebaugrube schwimmen heute 17 Fischarten.

Informationen: Tauchshop Florian, Tel.: 03 41/ 391 65 84, www.tauchshop-florian.de.

Tief im Norden: der Kreidesee Hemmoor

Der 60 Meter tiefe See in der ehemaligen Kreidegrube Hemmoor in Niedersachsen ist alles andere als ein Geheimtipp. Der See gehört heute dank der professionellen Infrastruktur an seinem Ufer – Tauchbasis, Campingplatz, Ferienwohnungen – zu den am häufigsten betauchten Gewässern Deutschlands. Vor allem der sogenannte Rüttler lockt erfahrene Taucher an. Die Fundamente des zwölf Meter hohen Betongebäudes liegen heute in rund 38 Meter Tiefe.

Informationen: Tauchbasis Kreidesee, Tel.: 0 47 71/ 79 21, www.kreideseetaucher.de.



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