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Ernst Siekmeier: Vom Lokomotivführer zum Bundesverdienstkreuz-Träger

"Mister Feuerwehr" feiert heute seinen 80. Geburtstag

Warber/Rusbend (bus). Ernst Siekmeier wird heute 80 Jahre alt. Das Fest verspricht vor allen Dingen ein Stelldichein von Personen zu werden, denen der Begriff "Brandmeister" nicht allzu fremd ist. Siekmeier gilt als Urgestein der hiesigen Brandbekämpfer, nicht wenige Wegbegleiter reden von ihm anerkennungsvoll als "Mister Feuerwehr".

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Hinter der Anerkennung stecken handfeste Ursachen: Das Geburtstagskind war, jeweils viele Jahre lang, Leiter der Flugplatzfeuerwehr Bückeburg, Kreisbrandmeister Schaumburg-Lippe, Kreisjugendfeuerwehrwart und Kreisbrandmeister Landkreis Schaumburg. Die Kameraden dankten es ihm mit der Ernennung zum Ehrenkreisbrandmeister. Wenn anlässlich vergleichbarer Feiertage von "bemerkenswerter geistiger und körperlicher Frische" die Rede ist, schwingt in der Phrase häufig ein altersmilde gestimmter Ton mit. Auf Siekmeier bezogen, käme die Standardformulierung beinahe einer Beleidigung gleich. Dem Mann merkt man die 80 Jahre in keinster Weise an. "Man darf sich nicht fallen lassen, muss mit der Jugend mitgehen und sie anerkennen", antwortet er auf die Frage nach einem Rezept fürs putzmuntere Älterwerden. Man könne von den Jugendlichen ja auch einiges lernen. Siekmeiers Haus, das er seit 1952 gemeinsam mit Ehefrau Sophie bewohnt und das, obwohl in der Ortslage Rusbend angesiedelt, ordnungsrechtlich zu Warber gehört, beherbergt außer der Ehrenkreisbrandmeister-Urkunde etliche weitere Auszeichnungen. Das Bundesverdienstkreuz gehört ebenso dazu wie die Bestätigung der Ehrenratsherrenschaft Bückeburgs, wo er mehr als drei Jahrzehnte lang - erst in Warber, dann in der Stadt - lokalpolitische Verantwortungtrug. Überdies finden sich bei ihm das Ehrenkreuz der Bundeswehr, das Feuerwehrehrenkreuz und 40 Deutsche Sportabzeichen. "Alles in Gold, versteht sich", erläutert der 80-Jährige mit dem für ihn typischen humorigen Unterton, in dem sich ernsthafte Leistung und gute Laune nicht ausschließen. Dass der in Rusbend "jenseits des Kanals" Geborene 30 Jahre lang im Feuerschutzausschuss des Kreises die Interessen der Kameraden vertrat, versteht sich für einen Fachmann, der das Brandschutzwesen der Bundeswehr wesentlich mitgeprägt hat, nahezu von selbst. "Damals hatten wir in Achum gar nichts; keine Fahrzeuge, kein Papier und nicht mal einen Bleistift", erzählt Siekmeier von den Anfängen der Flugplatzfeuerwehr. Der Bückeburger sorgte im Heeresamt Köln und im Bonner Verteidigungsministerium für Abhilfe. Und als es in der Heeresfliegerwaffenschule der ersten Weihnachtsfeier an einem schmucken Baum mangelte, schlug er erst kurzerhand den "kleinen Dienstweg" in den Schaumburger Wald ein und dort eigenhändig eine passende Tanne. Der heutigen Festgesellschaft - gefeiert wird im Haus Rubenkamp 2 - werden außer Blauröcken und "öffentlichen" Repräsentanten auch Vertreter zahlreicher Vereine angehören. Bezüglich seiner Mitgliedschaften scheint den "gelernten Reichsbahner", der zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn im Georgschacht als Lokomotivführer unterwegs war, ein wenig die geistige Frische abhandenzukommen - "schreiben Sie "in allen", dann machen wir nicht viel verehrt", empfiehlt Ernst Siekmeier mit einem verschmitztem Lächeln ...

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