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Zwei Tage Partystimmung pur / Fortsetzung folgt am 1. und 2. Juni 2012

Mischung aus Rock, Pop und Synthie lockt 34 000 Besucher auf die Plaza

„So soll es sein, so kann es bleiben – so hab‘ ich es mir gewünscht“ sang Adel Tawil und 24 000 Fans waren mit ihm gleicher Meinung, denn der erste Tag des Plaza-Festivals ließ zumindest keine musikalischen Wünsche offen.

Roland Bless, OMD, Ich & Ich sowie Unheilig waren die Garanten dafür, dass die Veranstalter am ersten Festivaltag einen neuen Besucherrekord verzeichnen konnten. Als Opener präsentierte PUR-Aussteiger Roland Bless einige Titel aus seinem Debütalbum „Zurück zu euch“, das im März veröffentlicht wurde und eine neue musikalische Ära des Ex-PUR-Drummers einläutet. „Vielleicht seh‘ ich dich heute Nacht“ – nun ja, einen kleinen puristischen Touch hat der Song schon – doch bereits bei der Ballade „Jemand der dich liebt“ wird klar, dass Bless ein ausgezeichneter Songschreiber und Texter ist – dazu ein grandioser Sänger. Feuertaufe vor großem Publikum bestanden – und das ohne größere ’Bless’uren. Wir werden euch Roland Bless im Rahmen eines ausführlichen Interviews in der nächsten Ausgabe vorstellen.

Bereits 2007 lieferte OMD eine Synthie-Pop-Revue vom Feinsten ab – Hauptdarsteller schon damals: Andy McCluskey. Er war es auch diesmal, der „Pandora’s Box“ öffnete und ein Synthie-Juwel nach dem anderen hervorzauberte. Frenetischer Jubel als die ersten Töne von „Maid Of Orleans“ angestimmt wurden – „Sailing On Seven Seas“, „Enola Gay“ – egal welchen Song die Fans auch skandierten, die Setlist war gespickt mit allen Klassikern, angereichert mit moderner Kost des aktuellen Albums „History Of Modern“. Dass es fast während des gesamten Auftritts der Band regnete, störte McCluskey wenig. Er fand das „englische Wetter“ einfach nur „Beautiful“.

„Danke, dass ihr so tapfer durchhaltet“, rief Adel Tawil von Ich & Ich dem Publikum zu, das mit Wetterjacken, umfunktionierten Müllsäcken und NDR-Regen-Give-Aways dem strömenden Regen trotzte. Leider kein Trost’Pflaster‘ für die Fans – doch aufmunternde Worte tun manchmal Wunder. So wurde der Auftritt des Frontmannes zu einer ungewollten Rutschpart’y‘ ins „Universum“.

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FDP-Chef Philipp Rösler verfolgt mit seiner Frau den Auftritt von Fanta4.

Das Intro „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ kündigte den Auftritt des deutschen Hochadels an – Unheilig-Frontmann Bernd Heinrich Graf machte einen auf „Zappelphillip“ und setzte zum Schlussspurt des ersten Festival-Tages an. „Leinen los“ und ab ging es „Unter seiner Flagge“ auf große Fahrt – ohne Regen, dafür aber mit einer frischen Brise guter Musik.

Die gab es auch einen Tag später, angereichert mit einem Schuss Comedy. Als Vorspeise präsentierte N-Joy mit „Feinkost“ die Gewinner des „N-Joy Band Battles“, danach bekam das Publikum alles „All Inclusive“ – und zwar von Kaya Yanar. Ob Holländer, Chinesen, Inder oder Schweizer – jeder bekam an diesem Tag sein Fett weg. Natürlich fehlte auch das typische Türkisch nicht. Was wäre auch ein Auftritt von Yanar ohne den häufigen Einsatz des Umlautes Ü? – eigentlich Nichts! „Kaya hat eine tolle Show abgeliefert. Ich könnte mir auch im nächsten Jahr wieder einen Comedian auf der N-Joy-Bühne vorstellen“, erklärte N-Joy-Moderator Andreas Kuhlage in der Pressekonferenz.

Mit Discomusik und einer Prise Opernmusik begeisterten Polarkreis 18 das Publikum. Zum Intro marschierte Sänger Felix Räuber mit Megaphon durch die Menge bis auf die Bühne. Räuber ist vielseitig, spielte Trompete und Klavier, verteilte Konfetti und ließ sich beim Stage-Diving vom Publikum auf Händen tragen.

Ohne Zweifel – Clueso und seine Band gehörten an den beiden Festivaltagen zu den Abräumern. Vom ersten Song an hatte der sympathische Erfurter das Publikum im Griff, animierte es immer wieder zum Mitsingen und Mitklatschen, verteilte Regencapes und präsentierte sich, zur Freude aller weiblichen Fans, kurz oben ohne. Als erste Zugabe „Ey, der Regen“ – wie passend.“ Das war ein grandioser Auftritt von Clueso, der Junge hat das Potenzial, ein ganz Großer zu werden“, erklärte Hannover Concerts-Chef Wolfgang Besemer im Rahmen eines Pressegesprächs.

Leichter Nieselregen begleitete den Auftritt von Fanta4, die mit ihrer Show noch einmal die Plaza glühen ließen. „Wie Gladiatoren“, „Picknicker“, „Sie ist weg“, „Tag am Meer“ - im Zugabenblock Songs wie „Troy“ und „Populär“ – das war deutscher HipHop vom Feinsten.

Inzwischen gehört das Plaza-Festival zu den wichtigsten Events des NDR, zusammen mit Hannover Concerts hat man eine Kultveranstaltung aus dem Boden gestampft, die im nächsten Jahr seine 12. Fortsetzung finden wird.

„Wir haben schon Vorstellungen, welche Bands wir im kommenden Jahr nach Hannover holen könnten. Das ist aber noch nicht spruchreif“, gab HC-Chef Wolfgang Besemer den Pressevertretern noch mit auf den Weg.

Felix Räuber von Polarkreis18 beim „Hair-Banging“




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