weather-image
14°
Immerhin: Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee teilt Rintelner Besorgnis zur Zukunft des Bahn-Kartenverkaufs

Ministerium bedauert: "Wir können nichts machen!"

Rinteln (ur). Die Reisebüro-Unternehmerin Britta Kallikat hat inzwischen Antwort auf ihr Schreiben an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bekommen, in dem sie vor den Folgen weiterer Provisionskürzungen der Bahn AG für die Tourismusbranche warnte, durch die auch ihr Unternehmen existenziell betroffen sein würde.

Im Antwortschreiben teilt die zuständige Referentin Brigitte Zotz im Auftrag des Ministers unter anderem mit: "Ihre Besorgnis ist nachvollziehbar. Allerdings sehe ich keine Möglichkeit, staatlicherseits einzugreifen." Zwar stehe die Deutsche Bahn AG im hundertprozentigen Eigentum des Bundes, aber: "Es war ein wesentliches Merkmal der Bahnreform 1994, die unternehmerische und staatliche Verantwortung im Eisenbahnbereich zu trennen." Die Eisenbahnen des Bundes seien heute privatrechtliche Wirtschaftsunternehmen, die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen in eigener Verantwortung arbeiten müssten - und das gelte eben auch für den Vertrieb von Fahrausweisen. Deshalb könne der Bund in dieser Frage keine direkte Einflussnahme auf Fragen der Geschäftsführung nehmen. Abschließend heißt es dann noch: "Ich bedaure, Ihnen keine günstigere Mitteilung machen zu können, gehe jedoch davon aus, dass Sie Ihre Einwände auch bei der Deutschen Bahn selbst geltend machen werden." Einen Versuch in diese Richtung hat mittlerweile Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz gestartet, der in seinem Schreiben an Bahnchef Hartmut Mehdorn unter anderem ausführt:, dass die Stadt in erheblichem Maße Mittel investiert habe, um das Bahnhofsgebäude zumindest als private Verkaufsstelle für Fahrkarten mit Beratung zu erhalten. Daraus ergebesich auch das Rintelner Interesse, diesen Service wirtschaftlich abzusichern. Von der Bahn AG ist allerdings bislang noch keine Reaktion auf diesen Vorstoß des Bürgermeisters erfolgt. Dies bedeutet, dass die Zukunft des Kartenverkaufs direkt am Bahnhof perspektivisch keineswegs gesichert ist. Gestern ließ die Bahn AG gegenüber unserer Zeitung verlauten, es sei noch offen, ob die Margen wie befürchtet gesenkt würden. "Es gibt noch keine Entscheidung."

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare