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Heinz Nickels und Wilfried Grotes Schätze der Erde: Ausstellung in der Info-Galerie eröffnet

Mineralien und Fotos aus 1000 Metern Tiefe

Obernkirchen (sig). Sie passen gut zusammen, die Ausstellungsstücke, die es seit dem vergangenen Sonnabend in der Info-Galerie zu besichtigen gibt. Auch wenn es sich zum einen um Fotos handelt, die in Tiefen zwischen 1000 und 1500 Metern aufgenommen wurden, und zum anderen um Mineralien und um Porzellanfiguren, die in der Fürstenberger Manufaktur und damit über Tage angefertigt wurden.

Wilfried Grote

Der Obernkirchener Heinz Nickel hatte in Hannover Physik und Hochfrequenztechnik studiert und war danach von 1958 bis 1992 bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe tätig. "Ich habe Aufnahmen machen können, wo ein normaler Sterblicher nicht hinkommt", versicherte der Wissenschaftler gleich zu Beginn seiner Erläuterungen. Auch nach seiner Pensionierung legte er die Hände noch nicht in den Schoß, sondern arbeitete als Berater in seinem Metier weiter. Unter anderem durfte er in den Schweizer Alpen Aufnahmen machen, wo ein 17 Kilometer langer unterirdischer Tunnel vom Berner Oberland nach Wallis verläuft. Auf dieser Strecke wurde eine Felsenkluft mit rund 200 000 Bergkristallen entdeckt, von denen Nickel imponierende Bilder mitgebracht hat. "Manche Kristalle sind so groß, dass Liebhaber dafür einen fünfstelligen Betrag hinlegen würden", versicherte er. Im Jahre 1990 hatte sich der Obernkirchener in Südafrika sogar bei der Spurensuche nach Gold beteiligt, das an Eisenerz gebunden ist. "Mir gelang es dort, die Trefferquote von 50 auf 70 Prozent zu erhöhen", berichtete Heinz Nickel. "Das Gold wurde in einer Tiefe von über 3000 Meter gewonnen; bis zu 15 000 Menschen arbeiteten dort in einer solchen Mine", ergänzte der Obernkirchener. Wilfried Grote, von Beruf Schaufenstergestalter, ist dagegen in einem ganz anderen Metier zu Hause. Er pflegte als Hobbys zwei Vorlieben. Zum einen trug er eine umfangreiche Mineraliensammlung zusammen. Einige dieser besonderen Kristalle - vom Amethyst bis zum leuchtend gelbem Schwefel - sind jetzt in der Info-Galerie zu sehen. Zum anderen sammelt Grote Porzellanfiguren. Sie müssen allerdings in erster Linie etwas mit dem Bergbau zu tun haben. Seine Hauptquelle ist die bekannte Manufaktur in Fürstenberg an der Weser. Dort beschaffte er sich weiße Figuren, die er dann selbst so historisch getreu wie möglich bemalte. Das geschieht dann in einer Vielzahl von Brenngängen - Farbe für Farbe. "Mir ging es bisher immer darum, möglichst solche Abbildungen zu besitzen, die deutlich machen, wie früher Kohle oder Erz gewonnen wurde", umriss Wilfried Grote seine Sammlerleidenschaft. So besitzt er zum Beispiel die Figur eines Hauers aus dem Jahre 1758, der mit der Pickhacke am Arbeiten ist. In der Info-Galerie ist auch ein so genannter Haspelknecht zu sehen, der die Bodenschätze mit einem Eimer aus der Grube nach oben befördert. Angesichts der Affinität der Obernkirchener zum einstigen heimischen Bergbau dürften in der nächsten Zeit sicherlich viele Interessenten ihren Weg zur Info-Galerie einschlagen. Es lohnt sich auch.

Die Porzellanfiguren werden per Hand bemalt. Fotos: sig
  • Die Porzellanfiguren werden per Hand bemalt. Fotos: sig
Heinz Nickel
  • Heinz Nickel
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