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„Migranten sind Chance für die Dörfer“

Bad Münder. Barbara Otto-Kinast aus Beber mag keine Umschweife. Die 50-jährige Landwirtin und Mutter von drei Kindern bringt die Dinge auf den Punkt. Und zwar unmissverständlich. „Ich erwarte, dass die Kirche an unserer Seite steht. Nicht nur einmal im Jahr beim Erntedankfest. Wir müssen stärker ins Gespräch kommen“, so eine ihrer Forderungen. Und auch beim Thema „Frauen in der Politik“ schlägt die Landesvorsitzende der Niedersächsischen Landfrauen fast feministische Töne an. „Es sind noch viel zu viele Männer, die Politik machen“, prangert die Kreistagsabgeordnete der CDU die Männerlastigkeit der Politik an.

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Feststellungen, die beim Treffen der örtlichen, von Ilse Albers geführten Frauen Union im Kornhus rundum auf Zustimmung stießen.

Seit dem 20. April des vergangenen Jahres steht Otte-Kinast an der Spitze der 70 000 niedersächsischen Landfrauen. Erstaunlich: Nur rund 30 Prozent sind noch echte „Bauersfrauen“, der überwiegende Teil lebt zwar im ländlichen Raum, geht aber jenseits von Hof und Stall anderen Beschäftigungen nach. „Fünf Bezirke, 40 Kreisverbände und 280 Landfrauenvereine umfasst unsere Organisation“, so Otte-Kinast, die auch Mitglied im Landesfrauenrat ist. „In diesem Jahr wollen wir uns kleinteilig auf die Integration von Migranten und Flüchtlingen vorbereiten“, kündigte sie an. „Denen müssen wir hier vor Ort die Möglichkeit geben, sich fit zu machen. Dazu müssen wir professionell auf die Familien zugehen.“ Vor allem die Vereine seien gefordert, nicht nur mit Hilfestellung beim Schwimmen- und Radfahren Lernen. Otte-Kinast: „Woher soll denn der ländliche Nachwuchs kommen? Die Migranten sind eine große Chance für unsere Dörfer. Deshalb brauchen wir eine funktionierende Willkommenskultur.“

Die Anstrengungen der 50-Jährigen, den Frauen auf den Dörfern zu helfen, würden seitens der Landespolitik anerkennend zur Kenntnis genommen. „Die wissen dort um unsere Arbeit. Wir haben ein gutes Standing“, stellt Otte-Kinast fest. Immerhin habe sie Umweltminister Stefan Wenzel zum 26. Februar in die Niedersächsische Landesvertretung nach Brüssel eingeladen. Eine Mitteilung, die die rund 20 anwesenden Damen sowie die Landtagsabgeordnete Petra Joumaah im Kornhus mit spontanem Applaus quittierten.

Otte-Kinast ist Pragmatikerin. „Wo hakt es? Wo ist die Lösung?“ lautet ihre Strategie. Sie hat eine Vielzahl von Projekten aufgelegt, von den „Schmecksperten“ über „Landwirtschaft für kleine Hände“ bis hin zum „Gartenkindprojekt“. „Machen statt reden“ ist ihre Devise. Engagiert und kämpferisch. „Auch im Hinblick auf die anstehenden Sozialwahlen der Krankenkassen kennt die Powerfrau aus Beber nur einen Appell: „Frauen, lasst Euch wählen! Ihr könnt das.“hzs



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