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Nach dem Tod der Offiziersanwärterin aus Bodenwerder liegt auf dem Segelschulschiff „etwas im Argen“

Meuterei auf der „Gorch Fock“? – Marine ermittelt

Flensburg. Nach dem Tod der Offiziersanwärterin Sarah S. auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ geht die Marine dem Verdacht der „Meuterei“ nach. Nach dem tödlichen Unfall kam es demnach zu Spannungen zwischen der Crew und der Schiffsführung, die vier der Offiziersanwärter der Meuterei beschuldigte. Kadetten werfen den Ausbildern massiven Druck bis hin zur Nötigung vor.

Haben Offiziere der „Gorch Fock“ massiven Druck auf ihre Kadetten ausgeübt?  Foto: dpa

Autor:

Martina Schefflerund Almut Kipp

Es seien Eingaben von Besatzungsmitgliedern gemacht worden, aus denen hervorgehe, dass „etwas im Argen“ liege, bestätigte ein Sprecher des Wehrbeauftragten des Deutsches Bundestages, Hellmut Königshaus. Verteidigungsminister und -ausschuss seien informiert. Die Marine habe die Aufklärung der Vorgänge zugesagt und wolle ein eigenes Team an Bord schicken, hieß es gestern.

Die 25 Jahre alte Sarah S. aus Bodenwerder war am 7. November aus der Takelage des Schiffs gefallen und gestorben. Nach dem tödlichen Sturz aufs Schiffsdeck hätten „viele nicht mehr aufentern“ wollen, „andere wollten nicht mit der Gorch Fock weiterfahren“, schreibt der Wehrbeauftragte in seinem Bericht an den Verteidigungsausschuss des Bundestags. Medienberichten zufolge sollen die Kadetten trotzdem zum sogenannten Aufentern gedrängt worden sein, „was dem Freiwilligkeitsgebot zuwiderläuft“, schrieb die „Stuttgarter Zeitung“.

An Bord des Segelschulschiffs soll es ein Führungsversagen leitender Offiziere sowie einen Vertrauensverlust zwischen Stammmannschaft und Offiziersanwärtern nach dem Tod von Sarah S. gegeben haben. Zwei von der Schiffsführung als Vermittler eingesetzte Offiziersanwärter seien demnach von Kommandant und Erstem Offizier kurz darauf mit dem Vorwurf der Meuterei und des Aufhetzens der Crew konfrontiert worden. Die beiden und zwei weitere Kadetten sollten noch vor dem erneuten Auslaufen der „Gorch Fock“ abgelöst und zurück nach Deutschland geflogen werden. Dabei ging es den Erkenntnissen von Königshaus zufolge auch um die Aberkennung der Eignung zum Offizier. In einem Fall, der dem Wehrbeauftragten vorliege, ginge es auch um sexuelle Belästigung eines Obergefreiten durch Kameraden.



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