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Echte Marktlücke gefunden / NDR 1 strahlt Berichtüber Steinbergens Programmkino aus

Metropol lockt Gäste aus Hameln und Minden

Steinbergen (cok). Das Mikrofon in der einen, sein Aufnahmegerät in der anderen Hand stand der NDR-Korrespondent fürs Weserbergland, Wilhelm Purk, vor Steinbergens Programmkino, dem Metropol-Filmtheater, und bat die herankommenden Kinobesucher um ihre Meinung zu dem ungewöhnlichen kleinen Kino. Was er zu hören bekam? Dass das Metropol ein Gücksfall sei!

Zusammen mit seinem Freund und Journalistenkollegen Dieter Klocke war Purk aus Hameln nach Rinteln gekommen, um einen Radiobeitrag für das NDR 1-Nachmittagsprogrammüber das Dorfkino und die Betreiber-Familie Rubba zu machen. "Ja, wir berichten nicht nur über die Erlebniswelt Renaissance oder Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz", meint Purk. "Dieses Kino ist ein kulturelles Highlight in der Region und unbedingt ein interessantes Thema!" Eine Rundfunk-Kollegin aus Porta Westfalica hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, dass Filmfreunde aus dem gesamten Schaumburger Land und auch aus Hameln und Umgebung extra nach Steinbergen fahren, weil es dort Filme zu sehen gibt, die in den anderen Kinos neben den aktuellen Blockbustern kaum eine Chance haben, ins Programm zu kommen. Die abendlichen Besucher von "Drachenjäger", dem Film über eine tragische Jungsfreundschaft in Afghanistan, der bereits in der zweiten Woche hier läuft, sie kamen unter anderem aus Minden, andere aus Bückeburg, Stadthagen und wirklich auch aus Hameln. Und sie alle bestätigten mit warmen Worten ihre Dankbarkeit für ein Kino mit Autorenfilmen, wie man es eigentlich nur in großen Städten erhoffen kann. Seit etwa sechs Jahren, so erfuhren es der Redakteur und sein Freund in einem lebhaften Gespräch mit Monika Rubba und ihrem Sohn Frank, wetteifert das Metropol nicht mehr darum, die aktuellen Filmrenner auch nach Steinbergen zu holen. "Für unser kleines Kino bekommen wir sowieso kaum Kopien für den Bundesstart", erklärte Frank Rubba. "Und die Leute wollen die Filme nun mal gleich in der ersten Woche sehen, die warten nicht, bis er auch bei uns gezeigt wird." So setzte das gemütliche Filmtheater mit seinen 109 Plätzen auf den "anspruchsvollen" Film und stieß damit in eine echte Marktlücke. Die beiden Redakteure sind richtig begeistert. "Als ich noch in Berlin lebte, ging ich fast jeden Tag ins Kino. Man konnte die Filme sehen, die man wirklich sehen wollte, und nicht nur das, was eben gerade so läuft", erzählt Wilhelm Purk. "Ich hätte niemals gedacht, dass sich auf einem Dorf, an dem viele achtlos vorbeifahren, ein Kino befindet, durch das ich wieder zum regelmäßigen Kinogänger werden könnte." Der kleine Beitrag wird voraussichtlich am heutigen Montag gegen 17 Uhr auf NDR 1 zu hören sein.




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