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Nachbarnärgern sich über ungepflegte Grundstücke am Strossenkamp / Stadtverwaltung sieht keine Handhabe

Meterhohes Gras, junge Birken und zahlreiche Mäuse

Bückeburg (rc). An den Straßen "Strossenkamp" und "Auf dem Siek" im Bückeburger Ortsteil Bergdorf erhitzen zwei unbebaute und ungepflegte Baugrundstücke die Gemüter der Anwohner. Sie gehören einem Besitzer, der die Grundstücke seit Jahren brach liegen lässt und sich nur ganz selten um die Pflege kümmert. Auf dem einen Grundstück stehen neben reichlich Wildkräutern und Gras bereits meterhohe Birken. Das andere Grundstück, am Strossenkamp präsentiert sich ähnlich ungepflegt, obwohl hier im vergangenen Jahr einmal gemäht und gesägt wurde. Allerdings liegt seitdem ein riesiger Ast- und Abfallberg mitten auf dem Grundstück. Ringsherum präsentieren sich die Häuser und Grundstücke dagegen in tadellos gepflegtem Zustand.

Ärgert sich über den Wildwuchs: Nachbarin Jutta Reinhardt. Foto:

"Die ganzen Samen fliegen auf unserer Grundstück und in unseren Garten", beschwerte sich Jutta Reinhardt im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie ist unmittelbare Nachbarin des Grundstücks Strossenkamp und kommt gegen den Wildwuchs nicht mehr an. Hinzu kommt, dass die Mäusepopulation auf dem Grundstück inzwischen so groß geworden ist, dass sie auf ihr Grundstück ausweichen. Fenster und Türen macht sie nur noch sehr vorsichtig auf. "Sonst haben wir die Nager ruckzuck im Haus." Selbst Ratten wollen andere Nachbarn bereits gesichtet haben. Hinzu kommt, dass die Grundstücke von Hundebesitzern als günstig gelegenes Großklo genutzt werden. Inzwischen ist es nach ihren Beobachtungen schon so weit gekommen, dass sich noch nicht einmal mehr spielende Kinder auf das Nachbargrundstück trauen. Interventionen beim Besitzer, die Grundstücke zu pflegen, blieben bisher ohne Erfolg: "Der schaltet völlig auf stur." Sie vermute, dass mit den Grundstücken spekuliert werde, um richtig Gewinn zu machen. Auch die Einschaltung von Stadtverwaltung und Bergdorfer Ortspolitikern blieb bisher ohne Erfolg. "Die Politiker haben zwar versprochen, sich zu kümmern, aber bisher ist nichts passiert. Die Stadtverwaltung habe ebenfalls keine Handhabe gesehen, etwas machen zu können. Eine Stellungnahme, die Baubereichsleiter Karlheinz Soppe auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte. "Der Stadt sind die Hände gebunden." Zwar sehe die Bauordnung der Stadt vor, dass Grundstücke in Baugebieten innerhalb eines bestimmten Zeitraums bebaut werden müssten. Ansonsten müssten sie zum Kaufpreis zurück gegeben werden. Das gelte aber nur für Grundstücke, die vorher im Besitz der Stadt waren und von der Stadt veräußert wurden. Dies treffe auf die Grundstücke in Bergdorf nicht zu, die privat veräußert wurden. "Wir haben daher keine Möglichkeit einzuwirken." Eventuell gebe es Möglichkeiten über das Nachbarschaftsrecht, auf den Besitzer einzuwirken, so Soppe weiter. Aber auch das habe sich in den vergangenen Jahren eher verschlechtert, da es seitens des Gesetzgebers nicht mehr so einschränkend geregelt sei. Das Baugrundstück müsse sich als "Grünfläche" präsentieren: "Aber eine Grünfläche ist ein sehr dehnbarer Begriff." Auch ein Brennnesselfeld sei eine Grünfläche und werde von einigen unter ökologischen Gesichtspunkten als wertvoll angesehen.

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