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Neuhäuser: Durch Schachzug der SPD bleibt Thema hinter geschlossenen Türen des Verwaltungsausschusses

Mense: Klosterkarree höheren Stellenwert beimessen

Rinteln (wm). Bauauschussvorsitzender Günther Maack (CDU) wie WGS-Fraktionsvorsitzender Gert Armin Neuhäuser wiesen gestern darauf hin, dass im Bauausschuss WGS wie CDU gegen die geplanten 5500 Quadratmeter an neuen Verkaufsflächen an der Bahnhofstraße gestimmt hatten, da die SPD zu einer Vertagung im Bauausschuss nicht bereit gewesen sei. Das ist erst im Verwaltungsausschuss beschlossen worden.

Neuhäuser plädiert dafür, mit erster Priorität das Klosterkarree weiter zu verfolgen und nicht an der Bahnhofstraße ein neues Zentrum ohne jede Anbindung an die Innenstadt "durchzudrücken". Die Rintelner Innenstadt habe nach Aussagen von Gutachter Sascha Anders von der CIMA Gesamtverkaufsflächenvon 15 400 Quadratmetern: "Ein Drittel davon nun an der Bahnhofstraße neu zu bauen - da kann sich jeder ausrechnen, wie es mit der Innenstadt weitergeht." Dass die SPD erst im Verwaltungsausschuss einer Vertagung zugestimmt hat, so Neuhäuser, betrachte er als taktisches Manöver. Auf diese Weise könne das Thema hinter den geschlossenen Türen des Verwaltungsausschusses abgehakt und müsse nicht mehr im öffentlich tagenden Bauausschuss des Rates der Stadt diskutiert werden. Auch Ratsherr und FDP-Ortsverbandsvorsitzender Paul-Egon Mense befürchtet, dass möglicherweise der Investor für das geplante Klosterkarree nachdenklich werden könnte, wenn das Vorhaben in der Nordstadt an der Bahnhofstraße zeitlich vorrangig behandelt würde. Deshalb sollte die Politik dem Klosterkarree den höheren Stellenwert beimessen. Mense erinnerte an die Aussage des Marketing-Profis Christian Klotz in Rinteln, der festgestellt hatte, die Attraktivität einer Stadt ende dort, wo die Fußgängerzone aufhört. Für den Bau des Kloster-Karrees und gegen eine Forcierung der Pläne für ein Fachmarktzentrum in der Nordstadt hatten sich auch bereits die im Stadtmarketingverein "Pro Rinteln" zusammengeschlossenen Einzelhändler ausgesprochen. Günther Maack kündigte gestern in einem Telefongespräch an, die Einzelhändler würden sich jetzt, nachdem der Bauauschuss getagt hat, nochmals mit diesem Thema befassen. Ein attraktives Kloster-Karree, möglichst bestückt mit einem zugkräftigen Vollversorger im Bereich Lebensmittel sowie kleineren und größeren Einzelhandelsgeschäften zur Abrundung des Innenstadtangebotes, müsse Vorrang genießen. Paul-Egon Mense befürchtet darüber hinaus, dass es bei der Verlagerung von Aldi und Deichmann zur Bahnhofstraße in der Stoevesandtstraße zu Leerständen kommen könnte. Neuhäuser hält noch eine ganz andere Entwicklung für möglich, nämlich dass die Flächen mit vergleichbarer Nutzung bestehen bleiben. Die Stadt habe rechtlich kaum eine Möglichkeit, das zu verhindern. Ortsbürgermeister Ulrich Goebel (CDU) macht sich vor allem Sorgen um die Südstadt: Sollte WEZ bei Vertragsende schließen und dann gegebenenfalls auch an die Bahnhofstraße wechseln, werde es zu einer Standortschieflage kommen, denn dann habe die Südstadt nichts Vergleichbares dem Überangebot an derBahnhofstraße entgegen zu setzen.

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