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Meisterkonzert: Vater und Tochter Jaffé glänzen als Solisten

BAD MÜNDER. Er lässt sich gern als Grenzgänger am Violoncello beschreiben, der Cellist Ramón Jaffé. Er erbte von seinem Vater Don Jaffé nicht nur mit die Liebe zur klassischen Musik, sondern auch die Liebe zu seinem Instrument, dem Cello.

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Autor:

Reinhold Krause

Am Dienstagabend konnten sich die Konzertbesucher im Martin-Schmidt-Konzertsaal einmal mehr von seinem konzertanten Spiel auf dem Violoncello überzeugen. Als Solist beim Saisonabschluss der Meisterkonzerte mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode (PKOW) würdigte das Publikum sein Saitenspiel mit langanhaltendem Applaus.

Grenzgänger am Violoncello – weil er sein Instrument nicht nur im Rahmen klassischer Musik bespielt, sondern nachdem er auf den Spanier Pedro Bacan getroffen war, seit der Expo 2002 auch auf Flamencofestivals zu Hause ist. Das biografische und künstlerische Leben Jaffés ist durchzogen von der Vielfalt verschiedenster Kulturen. Weltweit wird er in großen Häusern als Solist begrüßt. Mit zwei Stücken von Johann Strauß Sohn (1825-1899), der Romanze für Violoncello und Orchester G-Dur „Dolce pianti“ und Nr. 1 d-moll op.243 setzte er sich in Szene.

Bei der Romanze in d-moll gastierte Tochter Serafina Jaffé mit der Konzertharfe an seiner Seite. Die 1998 in Berlin geborene Tochter hat ebenso wie ihr Vater die Musikalität in ihren Genen. Schon bei dem barocken Stück „Konzert für Harfe und Orchester B-dur“ mit den Sätzen Andante Allegro, Larghetto und Allegro moderato von Georg Friedrich Händel (1685-1759) verwöhnte sie in dem rund zehn Minuten langen Werk die Zuhörer mit ihrer künstlerischen Professionalität. Das wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus belohnt. „Antiche Danze et Arie Suite Nr. 3“ -Italiana, sowie die gleiche Suite Nr. 3 -Arie die Corte und Suite Nr. 3 –Siciliana, diese drei Werke von dem italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879-1936) bildeten das Gerüst im ersten Teil des kammermusikalischen Abends. Ein Großteil der Kompositionen, unter anderem Gioacchino Rossinis (1792-1868) Variazione „Une Larme“, standen ganz im Zeichen des 17-köpfigen Streichorchesters unter Leitung von Musikdirektor Christian Fitzner. Musikalisch unterstützt wurden die Streicher bei den Strauß´schen Werken von mehreren Musikerinnen mit Blasinstrumenten wie Oboen, Flöte, Querflöte und Horn. Der Abend zeigte einen hervorragenden musikalischen Querschnitt verschiedener Epochen mit perfekt abgestimmten Solisten. Fitzner spornte seine Musiker gekonnt zu Höchstleistungen an. Vier Sätze, Allegro con spirito, Largo, Menuett: Allegretto und Finale: Presto, aus der Sinfonie A-dur Nr. 64 Tempora Mutantur von Joseph Haydn (1732-1809) bildeten den Abschluss eines Konzertes, an den sich noch mancher Besucher gern erinnert. Nur mit einer Zugabe entzog sich das PKOW dem wohlverdienten Beifall und verließ die Bühne nach gut zwei Stunden.

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