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NABU Auetal plädiert für Hilfen für heimische Vogelarten / Naturnahe Gärten und Nistkästen empfehlenswert

Meisen füttern bis zu 800 Mal am Tag ihre Jungen

Auetal (sm). Vögel im Garten machen einfach Spaß. Mit ihrem Gesang und dem Gepiepse der Jungen bringen sie Leben in den Garten. Ein Zuhause bietet man Vögeln, in dem auch abgestorbene Bäume möglichst erhalten bleiben, denn im Kronenbereich nisten Singvögel, in alten Spechthöhlen brüten Meisen und im Todholz leben zahlreiche Insekten, die Nahrungsgrundlage vieler Vögel sind. "Leider finden viele heimische Vogelarten immer weniger natürliche Nistmöglichkeiten. Vögel, die wie Haussperling und Hausrotschwanz in Gebäudenischen brüten, haben oftmals durch die Sanierung von Altbauten oder der Isolierung von Fassaden ihren Brutplatz verloren. Blau- und Kohlmeisen haben in pflegeleichten Gärten ohne Baumbestand ebenfalls nur wenige Chancen, ihren Nachwuchs aufzuziehen" so Marc Jameson, Jugendwart vom NABU (Naturschutzbund) Aue tal.

Mit Nisthilfen kann man leicht und effektiv etwas für den Artenschutz tun. Egal ob im Garten, Wald, Park oder auf dem Balkon. Allein in den Voll- und Halbhöhlen lassen sich schon 15 Vogelarten ansiedeln. Die häufigsten Bewohner des Höhlenbrüterkastens (Meisenkasten) sind die Meisen. Je nach Fluglochgröße und Lebensraum ziehen unterschiedliche Arten ein: Bei der kleinsten Fluglochgröße (25 bis 28 Millimeter sind das Blau-, Tannen- und Haubenmeise. 32 Millimeter nutzen Kohlmeisen und Kleiber. Und in Kästen mit 35 Millimetern Flugloch brüten Trauerschnäpper, Haus- und Feldsperlinge. Stare beziehen großvolumige Kästen mit 45 Millimeter großen Löchern. Nischenartige Halbhöhlen mit großem Einflug bevorzugen Hausrotschwanz, Bachstelze und Grauschnäpper. Nistkästen sollten mit dem Flugloch nach Osten an Stämmen, Ästen oder an der Hauswand, ab Augenhöhe bis zu mehreren Metern über den Boden, aufgehängt werden. Es schadet nicht mehrere Kästen, die jeweils Fluglöcher mit unterschiedlichem Durchmesser besitzen, in einem Garten aufzuhängen. "Dann brüten unterschiedliche Arten neben- einander", so Jameson. Seit Januar werden die Nisthöhlen neugierig inspiziert und seit Mitte Februar sogar schon gebrütet. Das Brutpaar bringt das Nistmaterial, dass unter anderem aus Moos, Federn und Haaren besteht, für die Nestunterlage des Geleges. Nach dem Nestbau beginnen die täglichen Paarungen und die Eiablage. Bei der Blaumeise und anderen kleinen Singvögeln wird täglich ein Ei gelegt, mit bis zu 14 Eiern kann das dauern. Bei Meisen sitzt meistens das Weibchen auf den Eiern bis nach etwa 15 Tagen die Jungen schlüpfen. In 20 Tagen müssen die Jungen so groß wie die Alten werden. Bis kurz vor dem Ausfliegen werden die Jungen bis zu 800 mal am Tag gefüttert. "Gar nicht so leicht, wenn es durch Pestizide und einseitiger Gartenbepflanzung nicht genug Insekten gibt. 2007 sind viele Jungvögel verhungert", erklärt Jameson. Elstern fressen zur Brutzeit auch Singvogeleier und sind darum bei vielen Menschen unbeliebt. Jameson: "Mit maximal zehn Prozent stehen Vogelbruten auf dem Speiseplan der Elstern. Auch wenn der Verlust einer Vogelbrut schmerzt, ist Fressen und Gefressen werden ein Naturgesetz - und kein Problem für die Arten." Bleibt die Frage: Nistkästen kaufen oder selber sägen und schrauben? Beim Kauf sind Holz oder Holzbeton zu bevorzugen. Letztgenannte sind den Naturhöhlen nachempfunden. Für die Bastler empfiehlt sich 20 Millimeter dickes unbehandeltes raues Nadelholz. Mehr Infos und Bauanleitungen im Internet auf www.nabu.de oder beiMarc Jameson (NABU- Auetal) m.jameson@gmx.de.




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