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„Swan Lake Reloaded“ begeistert 1000 Fans im Aegi

Mein lieber Schwan!

Ob die Rock- und Klassikveranstaltung „Mein Herz brennt“, die als Liederzyklus von René Pape (Bariton) und Schauspielerin Katharina Thalbach mit Texten der Band Rammstein interpretiert wird, das Breakdance-Spektakel „Red Bull Flying Bach“ oder die „Night Of The Proms“ – immer wieder locken interessante Crossover-Projekte die Menschen scharenweise in die Konzertsäle.

In der Neuinszenierung „Swan Lake Reloaded“ verwandelte der schwedische Star-Choreograf Fredrik Rydman vorgestern die Bühne des Theater am Aegi in eine imposante Rotlicht-Meile und präsentierte Tschaikowskys Meisterwerk „Schwanensee“ als modernes Streetdance-Spektakel im Rotlichtmilieu.

„Jung, wild, elektrisierend.“ – die 80-minütige Vollgasfahrt durch das „Ballett der Ballette“ verlangte den Akteuren einiges ab. Auch die Musik von Tschaikowsky erlebte einen Neuanstrich – Künstler wie Moneybrother oder Salem Al Fakir komponierten eigene Songs für die Soundkulisse.

Selbst eingefleischten Schwanensee-Fans, denen die altbekannte Geschichte um einen Prinzen und eine durch den Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelte Prinzessin bekannt ist, mussten sich mit der spektakulärsten Tanzinszenierung der jüngsten Vergangenheit mehrmals auseinandersetzen.

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Maria Andersson spielte die Rolle der Odette.

Herausragend die beiden Hauptakteure Maria Andersson als Odette und Kevin Foo als Prinz Siegfried. Die Spitzenschuhe blieben an diesem Abend im Schrank – stattdessen zierten High Heels und Dance-Sneaker die Füße der Tänzer und Tänzerinnen. Klassische Pirouetten wichen artistischen Break – und Jazzdance-Einlagen, während die Schwäne im Minikleid statt eines Tutus über den Catwalk huschten.

Sicher fanden einige die Schwanensee-Fassung der Tanz-Companie als zu hart, denn trickreiche Lichteffekte und die zeitweise gescratchte Musik waren für viele gewöhnungsbedürftig. Ansatzweise wurden aber auch klassische Ballettszenen dargeboten, dann aber gleich wieder ins Moderne gewechselt. Breakdance-Styles wie Popping, Locking und weiteren halsbrecherischen Elementen des Breakdance machten die Show zu einem Crossover-Erlebnis der Spitzenklasse.

Irgendwie war das Ganze mitunter schräg und schrill – pulsierende Hip-Hop-Beats und stampfende Bässe sorgten manchmal für ein Grummeln in der Magengegend. Dennoch gelang es „Swan Lake Reloaded“ mit enormem digital-technischen Aufwand eine gewisse Balance zwischen Klassik und heiterem Entertainment zu schaffen.

Nach Angaben des örtlichen Konzertveranstalters werden die insgesamt sechs Vorstellungen im Theater am Aegi rund 5000 Konzertbesucher erleben.

Für die heutigen Vorstellungen um 15 und 20 Uhr sowie am morgigen Sonntag um 13 und 17 Uhr gibt es noch Karten: NDZ 05041/78910.




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