weather-image

Meier kritisiert Schlegelmulch-Einsatz in der Feldmark

BAD MÜNDER/BÖBBER. Ein Blick über das Weserbergland: Zwischen den Feldern schlängeln sich viele kleine und große Feldwege, an denen Kornblumen, Mohn und Ackerwinde blühen. Ein Streifen Paradies für Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten. Eine Vielfalt, die in Gefahr ist, sagt Michael Meier vom Heimatbund.

Rarität am Wegrand: Michael Meier freut sich über die Wildblumenvielfalt in der Feldmark bei Böbber. Aber er fürchtet, dass sie dort bald nicht mehr stehen. Er ärgert sich über den unbedachten und rigorosen Einsatz des Schlegelmulchs, mit dem Landwir
dittrich

Autor

Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Der Heimatbund-Vorsitzende schlägt Alarm. Denn die Ernte rückt näher und Landwirte rücken deswegen auf ihre Felder aus. Was Meier nicht stört, sofern der Einsatz ihrer landwirtschaftlichen Maschinen nicht ausufert. Doch mit dem Schlegelmulch, einem Rasenmäher im Großformat, schlagen die Bauern nach Ansicht von Meier immer wieder über die Stränge. Denn die Landwirte mähen damit auch die Streifen entlang der Felder – wenn das jetzt passiert, trifft die Maschine viele Wildpflanzen in einer empfindlichen Zeit. Blütenköpfe werden abgemäht, Stauden werden zerstückelt und im Wachstum gestört. Damit zerstört der Schlegelmulcher einen lebensnotwendigen Streifen für Hummeln und andere Insekten. Denn auf den Feldern selbst finden sie keine Nahrung. „Manche haben nur einen Einzugsbereich von wenigen hundert Metern. Die können dann nirgendwo mehr hin.“

Meier ist nicht generell gegen den Einsatz der Maschinen, er hat Verständnis für die Landwirte, die möglichst schnell und effizient ihre Felder bearbeiten wollen und bis an die Ränder für genügend Licht für die Nutzpflanzen sorgen wollen. „Aber man könnte doch manchmal einfach was stehen lassen“, sagt er. An manchen Stellen in der Feldmark sei in den vergangenen Tagen ohne Not frisch gemäht worden – denn das Feld dahinter ist aktuell nicht bestellt. „Außerdem würden die Bauern Sprit und Zeit sparen“, sagt Meier.

Würde sich der Einsatz der Schlegelmulcher so fortsetzen, sieht Meier die gesamte Biodiversität rund um die Felder in Gefahr. „Wenn mehrmals gemäht wird, wächst da irgendwann gar nichts mehr.“ Im Frühjahr sei der Einsatz kein Problem, aber jetzt hält er ihn für brandgefährlich. Denn wo keine Stauden mehr wachsen, kein Gewächs mehr blüht und nur noch Gras wächst, finden Insekten keine Nahrung mehr, wird das gesamte Ökosystem in der Feldmark gestört. Von seltenen Pflanzen und Tieren in der Region möchte Meier gar nicht erst sprechen.

„In diesem Jahr blühen die Ackerrandstreifen so schön wie schon lange nicht mehr“, sagt Meier mit Blick auf die sprießenden Wildblumen und verweist auch auf die vielen Geräusche, die aus den Streifen zu hören sind – es zirpt und brummt zwischen Mais, Weizen und Gerste. „Die Feldmark muss nicht wie ein perfekter Vorgarten aussehen“, klagt Meier. „Man sollte auf den Schlegelmulch verzichten, wo er einfach unnötig ist.“



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt