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Polizeikommissariat Bückeburg legt Verkehrsunfallstatistik 2007 vor / A 2 bereitet die meisten Sorgen

Mehr Unfälle, aber weniger Tote und Verletzte

Bückeburg/Obernkirchen/ Eilsen/Nienstädt (rc). Ein Anstieg der Unfälle, aber ein Rückgang bei den Verlet zten und Toten: Das ist die Bilanz des Verkehrsgeschehens 2007 im Bereich des Polizeikommissariats Bückeburg. Zu 944 Unfällen wurden die Beamten gerufen. Dabei wurden 213 Verletzte registriert, 28 davon waren schwer verletzt. Bei zwei Opfern kam jede Hilfe zu spät: Sie waren tot. Beide kamen aus der Risikogruppe der "Jungen Fahranfänger", der 18- bis 24-Jährigen. Beide, 18 und 19 Jahre alt, starben im Juli auf der L 450 bei Rusbend, als ihr Pkw mitüberhöhter Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn in den Gegenverkehr raste.

Wie Kommissariatsleiter Werner Steding, und Einsatzleiter Kurt Wehmeier auf einer Pressekonferenz sagten, zeige der Trend bei den tödlich Verletzten weiter deutlich "ganz nach unten". 2006 etwa mussten noch drei Tote auf den Straßen registriert werden. Der Anstieg der Unfälle ist nach Aussage Wehmeiers auf den Anstieg der sogenannten "leichten Unfälle" zurückzuführen, wo ein Plus von 87 gegenüber 2006 bilanziert wurde. Über die Gründe, bei kleinen Unfällen vermehrt die Polizei zu rufen, konnte das Führungsduo nur spekulieren: "Eventuell hängt es damit zusammen, dass sich Beteiligte von polizeilichen Unfallaufnahmen eine reibungslosere Schadensregulierung mit ihrer Versicherung versprechen." Als Unfallschwerpunkt kristallisierte sich im vergangenen Jahr die Umleitungsstrecke für die A 2 heraus. An den Kreuzungsknoten Buchholz (L 442/L 443), Einmündung L 443 auf die B 83, der Auffahrt Eilsen West und Klein Eilsen wurden allein 70 Unfälle registriert; nicht mitgerechnet die Unfälle, die sich auf der Strecke ereigneten. "Dort passiert immer etwas." Mit Sorge blicken die Beamten daher auf das Frühjahr, wenn auf der A 2 im Bereich Auetal die Ausbauarbeiten weitergehen und auf den Umleitungsstrecken wieder vermehrt mit erhöhtem Verkehrsaufkommen gerechnet werden muss. Denn: "Eigentlich ist keine der Umleitungsstrecken für ein solches Verkehrsaufkommen ausgelegt. Kommt es zu Staus, können wir den Verkehr in solchen Situationen nicht regeln. Was eine dreispurige Richtungsfahrbahn aufnehmen kann, schafft eine einspurige Bundesstraße nicht." Sorgen bereitet den Beamten auch die steigende Zahl von Unfallfluchten. Mit 224 Fällen wurde eine "sehr hohe Zahl" erreicht, aufgeklärt wurden lediglich 66. Steding appellierte daher an die Bevölkerung, Beobachtungen zu melden. Außerdem wies er darauf hin, dass es sich bei einer Unfallflucht um eine Straftat handelt, die von Staatsanwaltschaft und Gericht verfolgt wird. In der Regel gebe es Geldstrafen, die leicht ein Monatsgehalt erreichten, in schwereren Fällen sogar Führerscheinentzug. Eine deutliche Zunahme konnte die Polizei auch bei den Alkohol- und Drogenfahrten feststellen. 135 Fälle wurden insgesamt bearbeitet, bei 23 ereigneten sich durch die Rauschmittel Unfälle. Wie Steding und Wehmeier erklärten, sei der Anstieg vor allem durch vermehrte Kontrollen zu erklären. Und: "Durch mehr bedarfsorientierte Arbeit und Schichten gibt es bei uns keine polizeilosen Zeiten mehr." Umstrukturierungen, die sich auch in den Polizeistationen Obernkirchen, Eilsen und Nienstädt bemerkbar machen, wo durch Sonder- und Verbunddienste die Präsenz der Polizei weiter erhöht wurde. "Wir sind überall vor Ort und bemühen uns um gleichmäßige Auslastung", trat das Führungsduo Kritikern entgegen, dass das Kommissariat in der Fläche weniger präsent sei. Für 2008 hat sich das Kommissariat wieder die Erhöhung der Verkehrssicherheit auf die Fahne geschrieben: weiter vermehrt Alkoholkontrollen, aber auch Tempomessungen an Unfallschwerpunkten. "Präsenz und Prävention sind unsere zentralen Aufgaben. Ziel ist es, dass subjektive und objektive Sicherheitsgefühl zu erhöhen." Die Bevölkerung müsse sich sicher fühlen. Und dass sie das kann, hob Steding besonders hervor: "Im Bereich unseres Kommissariats kommt man immer noch sehr sicher von A nach B, das Risiko, Unfallopfer zu werden, ist gering."




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