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Rintelner Polizei mit "erstklassiger Milieu- und Umfeldkenntnis" / Häusliche Gewalt bereitet Sorgen

Mehr Straftaten - aber hohe Aufklärungsquote

Rinteln (wm). Der Kriminal- und Ermittlungsdienst beim Polizeikommissariat Rinteln ist besser, als es die Zahlen der Statistik des Jahres 2006 erwarten lassen. Warum das so ist, erläutern Kommissariatsleiter Gerhard Bogorinsky und Uwe Steding, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes: In die Statistik des Vorjahres mit insgesamt 2532 Straftaten bei einer Aufklärungsquote von 61 Prozent fließen auch Delikte ein, deren Aufklärung nicht von Rinteln aus betrieben wird. Vor allem die Straftaten auf den Autobahnraststätten und Parkplätzen im Auetal, rund 150 Straftaten im Vorjahr - hier herausragend Benzindiebstähle -, drückten die Quote, weil diese Täter schwer zu fassen seien: Die Kameras der Tankstellen liefern nicht immer perfekte Bilder, Kennzeichen sind oftgestohlen.

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Rechne man diese Quote heraus, könnte Rinteln mit einer Aufklärungsquote von 65 Prozent punkten - so oder so deutlich besser als der Landesdurchschnitt mit 55 Prozent. Warum die Quote so gut ist, auch dafür gibt es nachvollziehbare Gründe. Bogorinsky und Steding unisono: Die Beamten leisten gute Arbeit und haben vor allem eine "erstklassige Milieu- und Umfeldkenntnis". Angestiegen sind die Vermögens- und Fälschungsdelikte (von 520 Fällen auf 688 Fälle), wobei sich die Täter immer neue Betätigungsfelder suchen. Auffallend seien Betrugsdelikte im Internet, hier der Klassiker: Eine Ware wird bei E-Bay ersteigert und auch bezahlt - aber später eben nicht geliefert. Häufig sei auch der Verkauf von Plagiaten. Hier ist im Vorjahr vor allem ein 40-jähriger Mann aus Rinteln der Polizei ins Netz gegangen, der 2500-mal gefälschtes, minderwertiges Parfüm unter dem Etikett einer Edelmarke per Internet vertrieben hat. Autoaufbrecher haben ein neues Diebesgut entdeckt: Navigationsgeräte. Autoradios sind nicht mehr interessant, der Markt damit längst überschwemmt. Wohnungseinbrüche und Ladendiebstähle seien dagegen deutlich zurückgegangen, so Steding. 203 Fälle von Körperverletzung sind im Vorjahr beim Polizeikommissariat registriert worden. Hier räumten Bogorinsky und Steding mit einem Vorurteil auf: Nicht die übliche nächtliche Schlägerei vor einer Diskothek sei es, die der Polizei hier Sorgen machen, die falle zahlenmäßig nicht ins Gewicht, sondern häusliche Gewalt. Beide Beamte schätzen, dass trotz der vielen bekannt gewordenen Fälle die Dunkelziffer noch viel höher sei. Opfer seien meist Frauen und die würden aus Angst und Abhängigkeit vom Partner oft eine Anzeige scheuen. Deshalb versuche man immer wieder, mit Aufklärungsmaßnahmen gegenzusteuern, an denen auch Ärzte, Pflegepersonal, Sozialdienste und die Gleichstellungsbeauftrage beteiligt seien.

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