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Ina Korter: Kleine Schulen stärken / Lindhorster Eltern bleiben fern

Mehr Lehrerstunden müssen her

Lindhorst/Beckedorf (gus). Nur 19 Zuhörer hat der Vortrag der Grünen-Landtagsabgeordneten Ina Korter zum Thema Grundschule angelockt. Wie es sich im Vorfeld abgezeichnet hatte, war kein einziger Lindhorster zugegen – außer dem Organisator Matthias Hinse und Ratsfrau Elisabeth Pennewitz.

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Der Großteil des Publikums stammte aus Beckedorf – kein Wunder, da zu erwarten war, dass die Argumente, die die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion vortragen würde, kaum den Fürsprechern der Außenstellenschließung zupass kommen dürften. In der Tat trat Korter für das Motto „Kurze Beine, kurze Wege“ ein.

Sie betonte, dass der Abzug eines Schulstandorts einen Ort in ein „Schlafdorf“ verwandeln kann. Kinder sollten in der Grundschule eine Art Familie vorfinden. Auch kleine Schulen könnten Qualität bieten, da dies nicht von der Größe abhänge, sondern von der Ausstattung einer Schule.

Selbst altersgemischtes Lernen, also mehrere Jahrgänge in einer Klasse, sollte nach Einschätzung Korters kein Tabu sein. Dies werde sogar an mehrzügigen Grundschulen praktiziert, unter anderem, weil es die soziale Kompetenz der Schüler fördere. Die Kombinationsklasse habe zu Unrecht einen schlechten Ruf. Allerdings müsse es auch ein Konzept für altersgemischtes Lernen geben.

Werde eine Schule zu klein, sollte sie in einem Schulverbund untergebracht werden. Darin könnten Lehrer ausgetauscht werden. Die Option einer Schließung zog die Grünen-Politikerin nicht in Erwägung. Aus ihrer Sicht ist das Problem die Ausstattung. Die Landesregierung sei in der Pflicht, mehr Lehrerstellen zu gewähren. Auch die Kommunen müssten kleine Schulen stärker unterstützten.

Wenn ein Dorf Interesse habe, seine Schule zu behalten, gelte es, die Lehrer auf die eigene Seite zu ziehen. Eine Entscheidung zur Zukunft einer Schule müsse in aller Transparenz diskutiert werden und keinesfalls hinter verschlossenen Türen.

Ein Zuhörer kritisierte „eine Diktatur der Mehrheit“, die im Streit zwischen Beckedorfern und Lindhorstern die Interessen der Mehrzahl von Eltern und Lehrern durchzusetzen versuche. Insofern sei die Zusammenlegung der beiden Grundschulen im Jahr 2007 ein Fehler gewesen. Korter nannte Außenstellen-Lösungen grundsätzlich problematisch.

Die Referentin berichtete von einem Fall, der ähnlich gelagert sei und in dem der Schulträger auch gegen die Schließung eines Standorts entschied. Dort sei eine Arbeitsgruppe dabei, ein Konzept zu erstellen. Unter anderem sollen die Einzugsgebiete neu modelliert werden.

Ein anderer Zuhörer sagte, es sei wichtig, dass beide Seiten miteinander ins Gespräch kommen. Hinse sagte, der erste Schritt dazu hätte der Vortrag sein sollen. Deshalb sei es schade, dass die Lindhorster Eltern ferngeblieben seien.



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