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SPD-Politiker Sebastian Edathy und Grant-Hendrik Tonne besuchen Nordsehler Kindergarten

Mehr Geld und Personal für Kindertagesstätten

Nordsehl (gus). Stellvertretend für alle Tagesstätten im Schaumburger Land haben der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy und der Landtagsabgeordnete Grant-Hendrik Tonne den Johannis-Kindergarten in Nordsehl besucht. Die SPD-Politiker monierten, dass das Land Niedersachsen für den Ausbau von Kinder-Betreuungsangeboten zu wenig Geld gibt.

Die Landesregierung werte das vom Bund für den Krippenausbau zur Verfügung gestellte Geld als 90-Prozent-Anteil am Gesamtvolumen. Im Fall Niedersachsens kommen nach Worten Edathys 214 Millionen Euro aus Berlin. Das Land steuere nur zwölf Millionen hinzu und nötige den Kommunen weitere zwölf Millionen ab. "Das wird in anderen Bundesländern anders gehandhabt", sagte Edathy. Dort werde das Bundes-Paket mitunter als 50-prozentiger Anteil verstanden. Edathy zufolge müsste das Land Niedersachsen deutlich mehr Geld für den Krippenausbau bereitstellen - mehr als das Zehnfache der aktuellen Förderung. Tonne rechnete vor, dass ein neu geschaffener Krippenplatz im Schnitt 13 000 Euro kostet. Bei Umbau einer Kita für Krippenzwecke fallen nach Tonnes Worten durchschnittlich 5000 Euro pro Platz an. Niedernwöhrens Samtgemeindebürgermeister, Fritz Anke, erklärte, die Kommune braucht bis 2013, wenn es laut geänderter Gesetzesanlage einen Anspruch auf Krippenbetreuung gibt, trotz zurückgehender Kinderzahl 45 Krippenplätze. Bei derzeit acht Plätzen in Nordsehl und jeweils dreien in Meerbeck und Niedernwöhren sind also 31 neue Unterbringungsmöglichkeiten für unter Dreijährige gefragt. Nach Tonnes Rechnung bedeutet dies Kosten zwischen 155 000 und 403 000 Euro. Gemäß dem aktuellen Verfahren des Landes müsste fast die gesamte Summe aus dem Bundes-Topf bezahlt werden. Edathy vermutet, dass es wegen des geringen Landesanteils an der Krippenförderung zu Engpässen kommt. Auf das Beispiel der geplanten Liekweger Krippe angesprochen, die wegen fehlenden Bewilligungsbescheids aus Hannover auf Eis liegt, sagte der Bundestagsabgeordnete: "Kein Wunder, wenn hier eine Krippe mal ein halbes Jahr warten muss." Tonne nahm den Fall aus der Samtgemeinde Nienstädt in seine Notizen auf und will die Einzelheiten klären lassen. Er sagte außerdem, dass ein Gesetzesentwurf der SPD-Fraktion auf den Weg gebracht worden ist, nach dem Kitas grundsätzlich besser ausgestattet werden sollen. Eine Erzieherin pro fünf Krippenkinder statt wie derzeit eine pro 7,5 Kinder sei eine Forderung. Das bedeutete, dass sich künftig drei Pädagogen umeine 15-köpfige Gruppe unter Dreijähriger kümmern würden. Zudem will die SPD die Verfügungsstunden pro Erzieherin erhöhen. Beides gehe letztlich nur mit mehr Personal in den Kindertagesstätten. Vom Nordsehler Johanniskindergarten nahmen die Politiker einen positiven Eindruck mit. Auch in puncto Krippenbetreuung. In Nordsehl ist der jüngste Schützling gerade mal ein Jahr alt. Das wertete Tonne als Zeichen zunehmender Akzeptanz der Krippe. Eltern würden heute nicht mehr schief angeschaut, wenn sie ihren Nachwuchs schon früh in eine Tagesstätte geben. Das bestätigte Kindergartenleiterin Monika Aug aus eigener Erfahrung. Im Johanniskindergarten geht übrigens im nächsten Kindergartenjahr eine reine Krippengruppe mit 15 Plätzen an den Start. Derzeit gibt es eine altersübergreifende Gruppe mit acht Krippenplätzen. Hinsichtlich des Rechtsanspruchs, der ab 2013 gilt, sagte Verwaltungschef Fritz Anke, dass auch in Meerbeck das Ziel sei, eine reine Krippengruppe einzurichten.




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