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Gutachter informieren Ausschuss und Ortsräte über neuen Containerhafen am Kanal / Vieles derzeit noch offen

"Mehr Einfluss, mehr Kontrolle und mehr für Cammer"

Bückeburg (rc). "Es ist allerhöchste Eisenbahn, dass sich die niedersächsische Seite in das Verfahren einbringt, um Einflussmöglichkeiten zu sichern. Es geht um mehr Kontrolle, mehr Einfluss und mehr für Cammer und Berenbusch, ohne das Hafenprojekt RegioPort Weser am Mittellandkanal zu verhindern." So brachte am Ende einer gut zweistündigen Sitzung der Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses, Bernd Insinger (SPD), die Erarbeitung einer Stellungnahme seitens der Stadt Bückeburg für dieses Projekt auf den Punkt.

Mit dabei auch die Ortsräte aus Cammer, Evesen und Meinsen-Warber, die erstmals auch aus erster Hand von Vertretern der Gutachterbüros, Jens-Peter Huesmann (Raumplanung) und Michael Kasper (Umwelt) über den Stand der Dinge unterrichtet wurden. Vieles ist derzeit für die konkreten Planungen vor Ort noch nicht greifbar,wie während der Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Cammer deutlich wurde: Zum Teil sind Untersuchungen noch nicht abgeschlossen oder aber Stellungnahmen liegen noch nicht vor. "Sie müssen sich das Verfahren als einen Trichter vorstellen, in den wir oben alles reinpacken und am Ende das detaillierte Projekt herauskommt", benutzte Huesmann ein treffendes Bild: "Derzeit sind wir noch sehr weit oben." Denn erst im Frühjahr hatte der Regionalrat des Regierungsbezirks Detmold den Beschluss gefasst, den Regionalplan zu ändern (wir berichteten). Der Aufstellungsbeschluss und damit die Aufnahme des Projektes in den Regionalplan soll im ersten Quartal 2008 gefasst werden. Erst dann kommen Landkreise und Städte zum Zuge, die die Änderungen von Raumordnungsplan, Flächennutzungspläne und die Aufstellung von Bebauungsplänen in die Wege leiten müssen. Erst dann geht es in Details, wie etwa die Forderung des Cammeruner Ortsbürgermeisters Friedrich Rösener, der für einen abgeschnittenen Radweg eine neue Brücke über die Aue fordert. Klar ist aber bereits jetzt, dass sowohl Cammer als auch Berenbusch vom Lärm des neuen Containerhafens betroffen sein werden. Verhindern ließe sich das durch schalltechnische Voraussetzungen im Hafengebiet selbst oder aber durch Nutzungsbeschränkungen vor allem während der Nacht. "Die Ansätze in den Lärmgutachten sind sehr hoch geschoben worden", zerstreute der Gutachter Bedenken der Räte. Tagsüber gebe es überhaupt keine Probleme, nur nachts müsse aufgepasst werden: "Die Sache ist in den Griff zu bekommen." Obwohl: Wie sich die Nutzung des Hafens und die Verteilung der Verkehrsströme auf Wasser, Schiene und Straße entwickeln wird, tappen die Gutachter im Dunkeln. Klar aber: Die Auffahrt Cammer auf die B 482 muss verändert und Maßnahmen ergriffen werden, den Lkw-Schleichverkehr über die Dörfer Meinsen-Warber oder Gelldorf gen Bad Nenndorf und damit A 2 zu verhindern. Im Planbereich Umwelt fehlen derzeit noch einige Gutachten. Deutlich wurde aber, dass das Hafengebiet so weit vom Schaumburger Wald und den dort lebenden Tieren, die zum Teil vom Aussterben bedroht sind, entfernt liegt, dass ihre Lebens- und Nahrungsräume nicht beeinträchtigt seien. Nur gegen Lichtimmissionen seien Vorkehrungen zu treffen. Da Teile des Hafengebietes im Überschwemmungsbereich der Bückeburger Aue liegen, ist schon jetzt klar, dass sie renaturiert werden muss, um bei Hochwasserlagen dem Wasser genügend Platz zu bieten.



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