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Mehr Drogen als Alkohol am Steuer

BAD MÜNDER. Weniger Unfälle, weniger Verkehrstote, mehr Schwerverletzte – so lässt sich die Verkehrsstatistik 2018 des Polizeikommissariats Bad Münder zusammenfassen. 689 Unfälle hat Eckard Wiegand-Behmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, im vergangenen Jahr gezählt.

Die Statistik 2018 überrascht selbst die Polizei: 65 Fahrer unter Betäubungsmitteleinfluss erwischt
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

„Die Tendenz, die sich in Niedersachsen widerspiegelt, können wir so bei uns auf Kommissariatsebene nicht bestätigen. Bei uns sind die Zahlen leicht rückläufig“, erklärt Wiegand-Behmann. 27 Unfälle weniger weist die Statistik aus. „Das ist ein relativ geringer Rückgang, aber gerade, wenn man die Gesamtzahl der Unfälle mit tödlichem Ausgang betrachtet, hatten wir im letzten Jahr einen Toten, im Jahr davor vier“, so der Einsatz- und Streifendienstleiter. Die Entwicklung sei sehr positiv, letztlich sieht Wiegang-Behmann aber hinter dem Rückgang weniger die polizeiliche Arbeit als den Zufall. Er verweist dabei auf die Zahl der Schwerverletzten, die im vergangenen Jahr leicht angestiegen sei – 39 Menschen wurden schwer verletzt, 2017 waren es neun weniger. „Manchmal ist es ein schmaler Grat, ob jemand leicht, schwer oder tödlich verletzt wird.“

Eine auch für die Polizei erstaunliche Entwicklung lässt sich im Bereich des Fahrens unter Betäubungsmitteleinfluss ablesen. 65 Fahrzeugführer wurden im vergangenen Jahr unter Drogeneinfluss am Steuer erwischt – im Jahr davor nur 44. „Der Anstieg um 21 Fälle ist ganz erheblich. Ich führe ihn aber auch darauf zurück, dass wir eine ganze Reihe jüngerer Kollegen im Einsatz haben, die schon durch ihr Alter und die Schulungsmaßnahmen in der Akademie sofort erkennen, ob jemand Anzeichen für eine Beeinflussung zeigt“, so Wiegand-Behmann. Verbessert habe sich auch das Schnelltest-Verfahren – wenn der Urintest eine Beeinflussung anzeige, sei in der Regel auch die anschließende Blutprobe positiv.

„Wenn zwar Beeinflussung nachgewiesen wird, aber ein Mindestwert nicht erreicht wird, stelle ich das Verfahren wegen Fahrens unter Drogeneinfluss ein. Aber: Allein die Tatsache, dass etwas festgestellt wurde, führt zu einer Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz“, erläutert Kommissariatsleiter Ulrich Mathies das grundsätzliche Prozedere.

65 Drogenfahrten, 32 Fahrten unter Alkoholeinfluss

Im Vergleich zu 65 Drogenfahrten nimmt sich die Zahl der erwischten Fahrer unter Alkoholeinfluss relativ gering aus: 32 Alkoholfahrten weist die Statistik aus. „Die jungen Leute trinken nicht mehr, die schmeißen sich eine Pille ein oder rauchen einen Joint und gehen dann los“, weiß der Streifendienstleiter. Eine Entwicklung, die aber selbst den erfahrenen Polizisten in ihrem Tempo überrascht. Mathies warnt vor der trügerischen Sicherheit, dass Alkoholkonsum am Steuer schneller entdeckt werde als Drogenkonsum.

Nicht zuletzt auf Aufklärungskampagnen wie die mit speziell geschulten Polizisten am Niensteder Pass führt Wiegand-Behmann den Rückgang bei Motorradunfällen zurück. 17 waren es im Jahr 2017, nur neun im vergangenen Jahr. Auch für das laufende Jahr seinen wieder Kampagnen geplant.

Verstöße gegen die Gurtpflicht und Ablenkung durch Mobiltelefone sind nach Auffassung der Polizei ungebrochen hoch und nach wie vor Ursache zahlreicher Unfälle – auch in diesem Bereich kündigt die Polizei weitere Kontrollen an.



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