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Viel Schweißarbeit bei "Bückeburg kocht über" / Acht Wirte bereiten sich auf drei Top-Tage vor

Mehr als 10 000 Speisen fürs Gourmet-Spektakel

Bückeburg (tw). Wenn von Freitag, 3., bis Sonntag, 5. August, "Bückeburg kocht über" auf dem Marktplatz steigt, steht den acht Wirten ein dreitägiger kulinarischer Kraftakt bevor. Er krönt die Arbeit von vier Monaten. Denn was kaum einer weiß: Für das Gourmet-Fest haben die Gastronomen bereits seit April "gerödelt". Ob Gema-Gebühren, Schank-Genehmigungen oder die Erlaubnis zum Plakatieren in vier Städten - Bürokratie gibt's zuhauf.

"Ran an die Teller" heißt's am kommenden Wochenende auf dem Mark

Allein schon der Personalaufwand der Wirte, von denen jeder auf dem Marktplatz eine komplette Außenküche einrichten muss, ist gewaltig: "Während der drei Tage ,Bückeburg kocht über' werden etwa 60 Mitarbeiter ständig auf dem Marktplatz sein - und dabei wenigstens 10 000 Essen ausgeben", schätzt Harald Strüwe (Große Klus). Weitere 30 dienstbare Geister arbeiten hinter den Kulissen, sprich in den Restaurants für das Event. Und all deren Urlaubspläne wollen koordiniert sein. Auch das, was die "Kochtüber"-Wirte beim Zeltbauer, Geschirrverleih und Küchenausstatter ordern, ist von den Zahlen her beeindruckend: "Wir lassen elf Zelte aufspannen, welche unseren Gästen auf - oder ,unter' - einer Gesamtfläche von 600 Quadratmetern Schutz vor den Unbilden des Wetters geben", rechnet Strüwe. Dazu werden etwa 2500 Teller und Bestecke sowie 1000 Bier- und Weingläser geordert. Hinzu kommen 500 Stühle und 120 Sitz- und 50 Stehtische sowie jede Menge Blumentöpfe, Leuchter, Teppichboden und und und. "Last, but not least", so Strüwe, "müssen wir für ,Bückeburg kocht über' auch noch mehrere tausend Meter Stromkabel und Schläuche verlegen lassen." Strüwe selbst hat für seinen Stand allein 500 Flammkuchen geordert. Und wenn der Bestand schon am ersten "Kocht-über"-Tag dahinzuschmelzen droht? "Kein Problem", lächelt der Gastronom, "bis Samstagabend, 20 Uhr, kann ich nachbestellen." Dieter Kleen (Braukeller) bereitet fast alle Gerichte im "Hotel am Kurpark" in Bad Eilsen vor. Ausnahme: die Lachsröllchen und das Fisch-Curry, die erst vor Ort zubereitet werden. Für "Kocht über" arbeitet der Gastronom mit vier Zusatz-Kräften. "Ich rechne damit", sagt Kleen, "dass wir insgesamt 1350 Portionen absetzen." Soll heißen: 600 mal Hamburger Labskaus, 300 mal Poularden-Medaillons, 300 mal Fisch-Curry und 150 mal Lachsröllchen. Allein für den "Bestseller" Labskaus kauft der Braukeller-Wirt 50 Kilo Rindfleisch und 50 Kilo Kartoffeln ein. "Auch unser Dienstplan steht längst", meldet Gerhard Ostermeier (Ambiente). Zehn Mitarbeiter, darunter bewährte Aushilfen, teilen sich für "Kocht-über" eineinhalb Schichten. Und auch bei Ostermeier sind die Bestellzettel für die Frischwaren lang: "Für das Rumpsteak ,Cafe de Paris' haben wir zum Beispiel 150 Kilo feinstes argentinisches Rindfleisch geordert, für den Fisch-Grillteller ,Ambiente' auf dem Hamburger Fischmarkt 200 Kilo Fischfilet." Eigens für die Gourmet-Sause hat Dietmar Warmbrunn (Park-Cafe) zwei Köche einer großen Catering-Firma verpflichtet, hinzu kommen zwei Servicekräfte aus seinem Haus. Auch Warmbrunn hat reichlich bestellt: "100 Kilo Kalbfleisch, 100 Kilo Schweinefilet und 50 Kilo Entenbrust", so der Gastronom. Hinzu kommen 200 Flaschen Pfälzer Weine - ein Grauburgunder und ein Chardonnay vom Weingut Heinz Pfaffmann, die alle die goldene DLG-Plakette tragen. Auch "Carlo" Kerkhoff-Schäfer (Schäferhof) ist vorbereitet: "Ich habe 130 Kilo Zungenragout, 30 Kilo Sossießchen, 50 Kilo Scampis und 50 Kilo Pfifferlinge bestellt." Dazu 300 Portionen Pinchots. "Das Zungenragout", so der Gastronom, "wird im Schäferhof gekocht, alles andere frisch auf dem Marktplatz." Besonders stolz ist er, dass er beim Gourmet-Treff "Fürst Schaumburg Kaffee" anbieten kann. Mirko Stjepanovic (Jetenburger Hof), der "Kochtüber" mit sieben Mitarbeitern bestreitet, gibt seinem Klassiker "Spanferkel" diesmal eine ganz neue Geschmacksnote: "Wir bereiten die Speise als Rolle - halb Rücken, halb Bauch - zu und würzen das Ferkel auf mexikanische Art." Das verspreche einen pikanten Geschmack. "Wir haben den logistischen Vorteil, dass der Ratskeller direkt am Ort des Geschehens liegt, haben also keine langen Transportwege", erinnert Edgar Miller (Ratskeller). Der Gastronom, bei dem diesmal die Federführung der Organisation liegt, bedankt sich bei allen Sponsoren, "ohne die ,Bückeburg kocht über' nicht möglich wäre". Allerdings: "Ich bedaure sehr", sagt Miller, "dass erstmals dasjenige Geldinstitut, vor dessen Tür das Event stattfindet, nicht mehr darunter ist." Gleiches gelte für den Sponsor Stadtwerke. Zum ersten Mal bei "Kochtüber" dabei ist Momo Todorovski (Brauhaus). Er bestreitet den Gourmet-Treff mit fünf Mitarbeitern, darunter drei Aushilfen, und sagt: "Klar habe ich Lampenfieber. Die Kollegen machen zum achten Mal mit und sind alte Hasen." Todorovski rechnet damit, an den drei Tagen etwa 600 Portionen zu verkaufen.



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