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Maststall-Genehmigung noch diese Woche

Bad Münder. Der Andrang in der Rohmelbad-Gaststätte war riesengroß. Mehr als 100 Bürger wollten von Versammlungsleiter Dieter Möhle den neuesten Sachstand zum Widerstand gegen die beiden am Deisterhang und am Eilenberg geplanten Schweinemastanlagen des Nettelreder Landwirtes Alfred Wente erfahren.

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Gespräche vom gleichen Tage beim Bauamt in Hameln hätten ergeben, so teilte ein Sprecher der Gegner mit, dass „die Baugenehmigung für den ersten Maststall am Deisterhang in dieser Woche dem Antragsteller zugeleitet“ werde. Dies bestätigte auch Landkreis-Sprecherin Sandra Lummitsch auf Nachfrage der NDZ. Über den Inhalt dürfe sie jedoch keine Auskunft erteilen. Sie wolle jedoch nicht ausschließen, dass die Genehmigung mit Auflagen versehen sei.

Maststall-Gegner Dieter Möhle: „Die Deisterhang-Anlage ist genehmigt; Landwirt Wente kann jetzt bauen oder gegen die Auflagen klagen.“ Die sich anschließende Diskussion war wenig strukturiert, mitunter chaotisch. Eigentlich bliebe nur der Klageweg, so das Fazit der Versammelten, doch der sei mit hohen Kosten und ungewissem Ausgang verbunden. „Alles ist offen, ganz offen“, sagte auch der Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Landkreis, Dr. Helmut Burdorf.

Wie viele andere, so blieb auch die Frage, inwieweit die Genehmigung des ersten eine Genehmigung des zweiten Stalles nach sich ziehe, unbeantwortet. Während die einen den neuen Landrat persönlich kontaktieren wollten, setzten andere ihre ganze Hoffnung auf die Betreiber der Kliniken am Deisterhang. „Wir können nur im Verbund mit denen etwas erreichen. Die Kliniken müssen Druck machen!“, sagte etwa der ehemalige Stadtkämmerer Rainer Haubold. Seitens der Kliniken war allerdings niemand erschienen. Immerhin haben die Maststall-Gegner bereits knapp 500 Unterschriften in Nettelrede und den umliegenden Ortsteilen gegen den Bau der Mastställe gesammelt.

Nach einer Stunde kam dann doch noch einmal unerwartet Bewegung in die Versammlung. „Lasst uns eine Bürgerinitiative gründen. Wer ist dafür?“, rief jemand in den Saal, und stellte zufrieden fest: „Das ist so gut wie einstimmig.“ Künftig werden die Maststallgegner also als „Bürgerinitiative Deister-Sünteltal gegen Massentierhaltung“ ihren Kampf gegen die Maststall-Planungen von Landwirt Wente fortsetzen.

„Es könnte doch noch so viel dagegen gemacht werden“, so eine Teilnehmerin. Doch dazu müsse jemand Verantwortung übernehmen, gab ihr Nachbar zu bedenken. Vielleicht finden sich die in einem Netzwerk, denn die Maststallgegner schlossen sich sogleich mit einer Calenberger Initiative zusammen. „Den Widerstand wollen wir fortsetzen, ob er etwas bringt, das kann man jetzt noch nicht sagen“, schätzte die BI-Initiatorin und Maststallgegnerin Kati Brand das Ergebnis des Abends ein. Entschlossenheit freilich sähe anders aus, bemängelten einige jener Besucher.hzs

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