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Stadt und Landkreis verhandelnüber weitere Einsparungen / Nachnutzung unklar

Massiver Rückgang bei Asylbewerbern: Deckberger Heim nach 16 Jahren dicht

Das Gebäude am Agnes-Nordmeier-Weg steht jetzt leer: Zu Jahresbeginn ist der Mietvertrag für das Heim gekündigt worden. Foto: tol Rinteln/Deckbergen (crs). Massiv zurückgegangen sind die Asylbewerberzahlen in Schaumburg. Liefen im Jahr 1993 kreisweit 1152 so genannte Erstverfahren, waren es im vergangenen Jahr nur noch 36; Rintelns Sozialamt registriert einen Rückgang bei den Zuweisungen von 50 Prozent seit dem Jahr 2000. Und mit den Menschen verschwinden nach und nach die Unterkünfte: Nach genau 16 Jahren ist das Asylbewerberheim am Agnes-Nordmeier-Weg in Deckbergen zu Jahresbeginn geschlossen worden.

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Damit gibt es im gesamten Landkreis Schaumburg derzeit nur noch drei Heime für die 36 Asylbewerber im Erstverfahren und die weiteren mit Duldungsstatus, eines in Stadthagen und zwei in Rinteln, an der Waldkaterallee und am Bahnhofsweg. In den letzten Jahren sind bereits etliche Heime geschlossen worden, zum Beispiel in Bückeburg, Achum oder Rodenberg. Und weitere könnten folgen. Sowohl Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz als auch Sozialamtsleiter Heinz-Dieter Edler halten es für denkbar, dass eines der beiden Kernstadt-Heime geschlossen werden könnte. Noch in dieser Woche findet zu diesem Thema ein Gespräch beim Landkreis statt, bei dem möglicheEinsparungen bei den Kosten für die Unterbringung geprüft werden sollen. Der Landkreis zahlt für die Unterkunft, die Stadt organisiert diese. Das Wohnheim am Bahnhofsweg 5 ist auf 60 Plätze ausgelegt, das an der Waldkaterallee 4 hat offiziell 50 Plätze. Allerdings ist die theoretische Kapazität bei Flüchtlingsheimen selten deckungsgleich mit der Zahl der tatsächlich belegten Plätze. Edler erläutert: "Bestimmte Nationen können nicht gemeinsam untergebracht werden, auch beiGroßfamilien wird es wegen der Raumaufteilung problematisch." Deswegen gibt es zusätzlich zu den beiden Wohnheimen die Möglichkeit einer dezentralen Unterbringung in Wohnungen. Insgesamt leben in Rinteln derzeit 158 Asylbewerber, am Bahnhofsweg 32, an der Waldkaterallee 24 Menschen. Zu Jahresbeginn sind die verbliebenen Bewohner des Deckberger Heims nach Rinteln umgezogen. "In der Kernstadt lassen sich die Asylbewerber besser integrieren", nennt Edler den Hauptgrund für die Schließung des Deckberger Heims. Zudem hatte die Stadt die Immobilie am Agnes-Nordmeier-Weg lediglich angemietet, die beiden anderen Rintelner Asylbewerberheime stehen im Eigentum der städtischen GVS. Und da kommen die Mietzahlungen des Landkreis einer städtischen Einrichtung zugute. Das Deckberger Wohnheim war Ende der achtziger Jahre aus dem Umbau einer Büro- und Lagerhalle entstanden und hatte seit Anfang 1991 als erste Asylbewerber-Unterkunft im Stadtgebiet offiziell 55 Plätze geboten. Wirklich glücklich waren die Deckberger mit dieser Lösung nie. "Das Heim liegt in einer von Einfamilienhäusern geprägten Gegend, hier hatte es immer wieder Probleme gegeben", dankt Ortsbürgermeister Eckhard Hülm den unmittelbaren Anwohnern für Geduld und Toleranz in den vergangenen Jahren. Was mit der Immobilie geschieht, ist unklar. "Wir haben Anfragen aus dem gewerblichen Bereich", ist Edwin Sebening für die Eigentümer optimistisch, für die rund 450 Quadratmeter Nutzfläche einen Nachmieter zu finden.

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