weather-image
11°

Margrit Gerke-Nozinski erinnert sich: Eine Jugend im Freibad

SPRINGE. „Mein Zuhause war das Springer Freibad, da hab‘ ich mein halbes Leben verbracht“, erzählt Margrit Gerke-Nozinski. Das Leben spielte sich in ihrer Jugend im Sommer in der Badeanstalt ab.

270_0900_102288_END_IMG_8332.jpg
juliett

Autor

Juliet Ackermann Volontärin zur Autorenseite

„Das Wasser war so dunkel, dass man gut darin Packen spielen konnte“, erinnert sie sich. Bis zum Alter von 16 Jahren habe sie viel im Bad trainiert, kam mittags und ging erst nach dem abendlichen Training. Hinzu kamen viele Wettkämpfe am Wochenende sowie Trainingslager auswärts – etwa in Bad Gandersheim oder Bad Salzdetfurth.

„Wir hatten eine Klassifizierung ‚ohne Winterbad‘“, berichtet die heute 60-Jährige. Um ihr Training im Winter fortzusetzen, fuhr sie mit ihrer Trainingsgruppe mit einem VW-Bus, den der Schwimmverein stellte, daher donnerstagabends nach Hannover. Das herrschaftliche Hallenbad „Goseriedebad“, nahe dem Steintorplatz, habe ihr sehr imponiert, erzählt Gerke-Nozinski. Freitags ging es zum Lehrschwimmbecken nach Bennigsen.

„Ich habe mit sechs Jahren schwimmen gelernt, bei Bademeister Erwin Will“, so Gerke-Nozinski. Will sei ein Original von Bademeister gewesen, „nie wieder habe ich jemanden gesehen, der so langsam Fahrrad fahren konnte“, erzählt sie lachend.

Ihr anderes Zuhause, das ihrer Eltern, befand sich ebenfalls in der Tivolistraße – mit einem guten Blick auf den Tivoliplatz. Von ihrem Fenster aus konnte Margrit Gerke-Nozinski die Fußballspiele auf den Aschenplatz gut überblicken. „Dort kamen besonders in den 60ern viele Besucher von außerhalb“, erinnert sie sich, „um sich die Spiele der Sportfreunde anzuschauen, die hochklassig spielten. Der Platz war dann proppenvoll mit Autos.“ Spannend war für die Kneipen-Inhaberin auch, wenn auf dem Tivoliplatz Schützenfest war oder wenn Zirkuszelte aufgebaut waren. Die Schausteller, mit Kindern in ihrem Alter, lebten in riesigen Wohnwagen.

Sie kann sich auch noch gut an eine Ausstellung auf dem Platz erinnern, in der ein Blauwal Anfang der 60er präsentiert wurde. „Eigentlich gruselig aus heutiger Sicht“, findet sie – doch nicht ungewöhnlich für die damalige Zeit: So erinnert sie sich auch, wie am Gymnasium in Hameln, wo sie zur Schule ging, exotische Tiere vorgeführt wurden – Kängurus, Affen und „sogar eine Schlange, die wir tragen durften“.

1976 machte Gerke-Nozinski Abitur und begann ein Studium in Kiel. „Dann wollte ich eigentlich für ein halbes Jahr nach Frankreich, bin aber in Springe geblieben“ – sie wurde Gastronomin: Ab 1980 arbeitete sie in Springe in der Bierbar, wechselte 1999 zum Mariechen, ist seit 2011 Inhaberin von „Auf’m Hof“.


Haben auch Sie Geschichten aus Ihrer Kindheit oder Jugend in Bad Münder und Springe zu erzählen? Rufen Sie uns an unter 05041/789-31 oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Alle bisherigen Artikel zu unserer Serie finden Sie auf unserer Homepage unter www.ndz.de/aufgewachsen.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt