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Marga Copey: Frau Kindersportabzeichen geht in den Ruhestand

BAD MÜNDER. „Geräteturnen war mein Leben“, sagt Marga Copey. Vielen Münderanern ist sie als die Sportlerin bekannt, die das Mutter-Kind-Turnen ins Leben rief, die Kindersportabzeichen abnahm und zuletzt die Seniorengymnastik leitete. Jetzt hört sie auf – zumindest als aktive Tuspo-Übungsleiterin.

Marga Copey: Sie scheidet als Übungsleiterin bei der Tuspo aus und wurde jetzt für ihr Engagement von Vorsitzenden Helmut Burdorf ausgezeichnet – eine Sonderehrung. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Damit löst sich auch die Seniorengymnastikgruppe am Dienstag auf, die sie 1997 ins Leben gerufen hat – zumindest in sportlicher Hinsicht. „Wir bleiben weiter in Kontakt“, sagt die 87-jährige Copey, „treffen uns zum Kaffee, tauschen uns aus.“ Es ist – neben der sportlichen Aktivität – der Hauptgrund, warum sie so viele Jahrzehnte bei der Tuspo aktiv war: „Man gehört in eine Gemeinschaft, macht gemeinsam Sport, knüpft Kontakte.“ Deswegen trat auch sie damals 1952 in die Tuspo ein.

Denn Copey stammt ursprünglich nicht aus Bad Münder, sie zog 1952 zu ihrem Mann Albert. Ihre Leidenschaft fürs Geräteturnen brachte sie aus Hannover mit. „Wir hatten damals einen Turnverein, männliche Vorturner. Und mir hat das auch Spaß gemacht.“ Auch ihr Mann sei ein großer Turner gewesen. Vorführungen, Wettkämpfe – sie und ihr Mann haben beides mitgemacht. Neben Mutter-Kind-Turnen und Frauengymnastik war Copey auch als Aushilfslehrerin für die Schulen im Einsatz: „Ich war auch bei Jugend trainiert vor Olympia mit dabei.“

Ihre persönliche Sportkarriere krönte sie gleich 55 Mal mit einem Sportabzeichen – in Gold, nach den alten Regeln. Ihr letztes Abzeichen hat sie abgelegt, als sie 80 wurde. Auch im Tuspo-Vorstand hat sie einige Posten durchlaufen: Von der Jugendwartin über die Frauenwartin bis hin zur Seniorenwartin war sie auch an der Seite des in diesem Jahr geehrten ehemaligen Tuspo-Vorsitzenden Gunter Halm.

Die Mitgliedschaft im Sportverein, „das war damals so üblich“, erinnert sich Copey. 13 Jahre nach ihrem Eintritt in die Tuspo startete sie mit dem Kinderturnen als Übungsleiterin, das sie bis zum Jahrtausendwechsel leitete. Unzählige Kindersportabzeichen hat sie in den fast 40 Jahren abgenommen.

„Die Zeiten haben sich geändert“, weiß Copey heute, die den gesellschaftlichen Wandel mit Sorge betrachtet. Dass die jüngeren Menschen heute das Fitnessstudio dem Sportverein vorziehen, findet sie schade, verteufeln will sie den gesellschaftlichen Wandel aber nicht. „Der Beruf ist heute eben nicht mehr vor der Tür“, stellt sie nüchtern fest, „es bleibt eben keine Zeit mehr für den regelmäßigen Vereinssport.“ Was die Fitness angehe, sei es schließlich egal, wo man sich bewegt. Nur der Sport in der Gemeinschaft, der Zusammenhalt, das Vereinsleben, das leide natürlich darunter.

Weil Copey nun ihre aktive Laufbahn bei der Tuspo beendet, wurde sie vom Vorsitzenden Helmut Burdorf jetzt gesondert geehrt. Ihr Abschied vom aktiven Sport fällt mit ihrer 65-jährigen Mitgliedschaft im Verein zusammen. Ganz verlässt sie den Sport aber nicht: Die Kurgymnastik, die sie Dienstags von 10.30 bis 11.30 Uhr für Kurgäste und Senioren im Kurpark anbietet, macht sie weiter.



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