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Adrian de Vries-Symposium auf Schloss Bückeburg eröffnet / Hohe Bedeutung nicht nur für die Region

"Manche wissen gar nicht, was wir hier für Schätze haben"

Bückeburg (mig). Mit einem großen Bahnhof sind auf Schloss Bückeburg die Teilnehmer des "Adrian de Vries-Symposiums" begrüßt worden. Rund 100 internationale Fachleute tauschten sich drei Tage lang über neue Forschungserkenntnisse aus, den Auftakt machte Prof. Dr. Peter Johanek aus Münster mit einem Vortrag über "Residenzen und Grabdenkmale". "Wir hoffen auf ein Aha-Erlebnis; manche Schaumburger wissen gar nicht, was wir für Schätze hier haben", erläutert Sigmund Graf Adelmann eines der Tagungs-Ziele.

Die Macher und der Schirmherr: Dr. Dominik Frhr. von König (v.l.

Relevante Ergebnisse erwartet der Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft auch für die Kulturschätze der Region. Im Raum steht vor allem die Frage, ob man die Bronzen in der Stadthäger Grabkapelle des Fürsten Ernst überhaupt restaurieren soll? Ebenfalls Stoff für Debatten dürfte die Wiederentdeckung von de-Vries-Werken liefern. Begrüßt wurden die Tagungsgäste am Mittwoch von Schirmherr Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe. "Ich habe bis zu einem Museumsbesuch vor einiger Zeit angenommen, dass die Originale verschollen sind", thematisierte Alexander die de-Vries-Figuren auf der Schlossbrücke, "als ich sie dann gesehen habe, konnte ich das Glück kaum fassen." Die Geschichte seines Hauses sei "durch Mythen kontaminiert". In seiner Ansprache bekannte sich Fürst Alexander außerdem zur Verantwortung für die Werke in seinem Besitz. Der Vorsitzende der Schaumburger Landschaft, Dr. Klaus-Henning Lemme, bedankte sich dann vor allem bei der Stiftung Land Niedersachsen ("das Land Niedersachsen hat tief in die Tasche gegriffen"), Sigmund Graf Adelmann ("er hat 24 Stunden am Tag gearbeitet") und Fürst Alexander. "Ohne das Fürstenhaus wäre Adrian de Vries nicht denkbar, und ohne Adrian de Vries säßen wir heute nicht hier zusammen." Für die international besetzte Fachtagung habe man Teilnehmern beispielsweise aus Ungarn, der Tschecheslowakei, Italien und sogar vom Getty-Museum (Los Angeles) gewinnen können. Lemme: "Das ist Weltklasse hier in Bückeburg." Diese Einschätzung teilte auch Sigmund Graf Adelmann. Im Gespräch freute sich der Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft über die "Topleute aus der ganzen Welt" und betonte den Seltenheitswert dieses Symposiums: "Viele Forschungsergebnisse werden hier erstmals vorgestellt." Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung lieferte Adelmann dann eine kurze Einführung in das Tagungs-Thema. "Adrian de Vries in Bückeburg und Stadthagen? Das ist für Schaumburg nichts Besonderes, aber einzigartig ist es schon." Viele Bückeburger hätten über die Jahre ein besonderes Verhältnis zu Werken von de Vries gewonnen: "Über dem Taufbecken in der Stadtkirche sind 400 Jahre lang Bückeburger Bürger getauft worden." Die Auffassung Graf Adelmanns, der Wechsel nach Schaumburg habe für de Vries keinen Karriereknick bedeutet, teilte auch Dr. Dominik Frhr. von König, Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen. "Adrian de Vries in Stadthagen und Bückeburg, das ist zugleich ein Loblied auf die Provinz. In dieser Zeit greift die Differenz Zentrum - Peripherie nicht." Ziel der Stiftung sei es, dieses Erbe zu bewahren und der Öffentlichkeit zu vermitteln. Nach höfischer Musik aus der Zeit des Fürsten Ernst (Dennis Götte, Elisabeth Schwanda) eröffnete Prof. Dr. Peter Johanek aus Münster die Veranstaltung mit seinem Vortrag "Residenzen und Grabdenkmale". Für Bückeburg wichtig: "Solange der Fürst anwesend ist, bleibt eine Residenz eine Residenz." Für die Teilnehmer ist das Symposium schon jetzt ein voller Erfolg. "Allein schon in dieser tollen Region zu sein, mit den vielen Baudenkmälern ist ein Erlebnis", freute sich eine italienische Wissenschaftlerin. Stadtführer Jan-Dirk Buse aus Stadthagen hofft, dass das Symposium Schaumburg europaweit bekannt macht. "Vielleicht bekommen wir dadurch auch mehr Besucher." Am Freitag werden derÖffentlichkeit die Ergebnisse um 16 Uhr in der Stadthäger St.-Martini-Kirche von Dr. Dorothea Diemer (Augsburg) und Prof. Dr. Lars Olof Larsson (Kiel) zusammengefasst. Außerdem geplant ist eine Besichtigung der Mausoleums-Skulpturen.



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