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Carolinensiel-Harlesiel lockt mit der längsten Hafenpromenade Ostfrieslands Tausende Urlauber

Mal rauf zu den Küstenköppen

Carolinensiel-Harlesiel. Watt is dat? Es ist wunderschön, belebend und doch ruhig, verfügt eigenen Angaben zufolge über die längste Hafenpromenade Ostfrieslands und gehört zum Wattenmeer wie der Wattwurm. Antwort: Carolinensiel-Harlesiel! Für eine Tour an die Nordseeküste ist dieser Ort wie geschaffen. Heute und morgen wird die „Wattensail“ gefeiert, aber wer nicht ganz so spontan ist, hebt sich seinen Besuch für später auf, wenn die großen Ferien in allen Bundesländern vorbei sind. Krabben, Tee und freundliche „Küstenköppe“ – Reisende haben in Carolinensiel-Harlesiel das Gefühl, nach Hause zu kommen.

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Autor:

Désirée Warntjen

Erst mal ’n Tee trinken, jau, dat is’ richtig so in Ostfriesland. Bloß keinen Stress. So wie die Inseln nebeneinander vor der ostfriesischen Nordseeküste liegen, erscheinen auch die Sielorte auf dem Festland wie eine Reihe von Perlen. Eine der schönsten und ältesten ist Carolinensiel-Harlesiel: Hier findet Urlauber liebevoll gepflegte Historie, Tradition, Hafenromantik, Schifffahrt und Strandvergnügen und manche Besonderheiten, die von den Einheimischen ebenso geschätzt werden wie von den Urlaubsgästen. Benannt ist der 1730 gegründete Sielort Carolinensiel nach einer Fürstin: Sophie Caroline von Brandenburg-Klumbach war die Gattin des Fürsten Georg Albrecht von Ostfriesland, der rund um den neuen Hafen, der im neu gewonnenen, dem Meer abgerungenen Grodenland, entstanden war, die ersten Familien ansiedelte.

Einige dieser Siedlungsgebäude sind bis heute erhalten geblieben, im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts ergänzt um weitere Wohn- und Wirtschaftsgebäude und Lagerhäuser, vor die zum Schutz vor Wind und Wetter Linden gepflanzt wurden. Der Anblick des historischen Museumshafens mit seiner gut erhaltenen Bausubstanz und dem prächtigen Grün vermittelt nicht nur den vom Meer einfahrenden Seeleuten ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit. Auch die Tages- und Urlaubsgäste fühlen sich, als würden sie nach Hause kommen, denn in Carolinensiel werden nicht nur Historie und Tradition bewahrt, hier wird auch Gastfreundschaft gelebt.

Der einzige Sielort,

der über drei Häfen verfügt

Carolinensiel ist der einzige Sielort an der Küste, der über drei Häfen verfügt. Der historische Museumshafen, in dem bei Ebbe die Fischkutter liegen, ist der südlichste, der in der einstigen Harlebucht entstand. Fährt man den Harlefluss nordwärts hinauf zum Meer, erreicht man den Yachthafen Harlesiel. Harlesiel entstand Anfang der 1950er Jahre mit dem Bau der neuen Hafen- und Sielanlage und des mächtigen Schöpfwerks. Nördlich der Schleuse am offenen Wattenmeer befindet sich als dritter Hafen noch der Fährhafen, der auf dem Schifffahrtsweg die Insel Wangerooge mit dem Festland verbindet.

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  • Einblick: Das Sielhafenmuseum taucht in die Geschichte ein.
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  • Weitblick: Die Schiffe im Hafen erzählen von fernen Reisen. An diesem Wochenende ist außerdem Hafenfest mit historischen Seglern.

An die Westseite des Fährhafens schließt sich der wunderschöne Sandstrand an, der im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ständig erweitert wurde. Neben dem Strandvergnügen bildet der Anblick der eintreffenden und ausfahrenden Kutter, Segler und Fährschiffe einen besonderen Genuss: Während man den Duft des Meeres einatmet, kommen dann auch schon mal seemännische Gefühle auf zwischen Wasser, Himmel und Weite.

Wer glaubt, Wandern geht nur in den Bergen, der irrt: Von Carolinensiel bis Harlesiel erstreckt sich mit einer Länge von über fünf Kilometern vom historischen Hafen bis zum Fährhafen beidseitig der Harle die längste Hafenpromenade an der ostfriesischen Küste. Die weite Landschaft zeigt sich im wechselnden Tageslicht und durch die sich stetig verändernden Wolkenspiele als atemberaubende Naturkulisse. Hinter dem Deich liegen die kleinen schmucken Siedlungshöfe. Die meisten werden längst nicht mehr landwirtschaftlich, sondern für die Ferienvermietung genutzt.

Übrigens: Nach der Hafengründung 1730 erreichte mit den Schiffen alsbald auch eine Spezialität aus fernen Ländern den Sielort, der aufgrund ihrer schnell wachsenden Beliebtheit das Attribut „typisch ostfriesisch“ verliehen wurde: der Tee.

Traditionelle Teekultur erlebt man in Carolinensiel aber nicht nur in den gemütlichen und stilvollen gastronomischen Betrieben, sondern auch in einem ganz besonderen Geschäft: Der Gemischtwarenladen von Günther Janssen, seit 1859 im Familienbesitz, führt zwölf verschiedene Sorten Tee. Die Teemischungen stellt Günther Janssen für seine Kunden selbst her. Der Tee-Experte kann jedoch nicht nur über Tee reichliche Informationen geben. Er kennt auch die Geschichte des Ortes genau, dank seiner Vorfahren und insbesondere seines Vaters, der ihm viel über den Sielort, die Fischer und die Schifffahrt erzählt hatte. Janssen ist eben ein echter „Küstenkopp“.

Wattensail: Tradition hat in Carolinensiel das Hafenfest „Wattensail“, das an jedem zweiten Wochenende im August, also aktuell heute und morgen, im Museumshafen mit historischen Küstenseglern aus Deutschland und den benachbarten Niederlanden gefeiert wird. Das beliebte Traditionsfest lockt mit einer Parade der Segler und versetzt die Besucher in alte Seefahrerzeiten. Dazu gibt’s Köstliches aus dem Meer, ist doch klar.



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